Sonntag, 30. Mai 2010

Dahoam is' dahoam...

Vor genau einer Woche bin ich wieder im heimischen München gelandet. Meine Eltern holten mich vom Flughafen ab und ich erreichte Deutschland mit viel Gepäck und leicht übermüdet. Vergangene Woche durfte ich mit Kulturschock (meine Mutter war der Meinung, ein bayerisches Blasmusik-Festival sei das Richtige zur Wiedereingewöhnung... *grins*), Sprachproblemen (die ganze Zeit Deutsch sprechen ist seltsam ungewohnt!) und Jetlag (9 Stunden sind kein Pappenstiel...) kämpfen. Doch inzwischen habe ich mich zumindest ein bisschen wieder eingelebt, glaube ich. Ich wurde von meiner Familie mit deutschen kulinarischen Genüssen und bayerischen Schmankerln verwöhnt, habe bereits viele Freunde in Regensburg und München wieder gesehen, meine Verwandtschaft besucht etc. Es ist toll, all diese lieben Menschen wieder zu sehen, von meinen vielfältigen Erfahrungen aus Californien zu berichten und wieder gemütlich zusammen zu hocken und sich gegenseitig von alten und neuen Zeiten zu erzählen. Nur das Wetter hierzulande lässt etwas zu wünschen übrig, es regnet viel zu oft und ist kalt - doch auch daran werde ich mich wieder gewöhnen müssen. *grins* Kommende Woche fahr ich nach Göttingen, darauf freu ich mich schon riesig!!

Die letzten Tage in Berkeley waren noch recht turbulent und eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Einerseits freute ich mich auf daheim, andererseits wollte ich nicht weg... es war schwierig all meinen lieben neuen Freunden "Byebye" zu sagen, doch gleichzeitig schrieben mir viele Freunde von zu Hause wieder, die sich freuten, dass ich bald wieder komme. Ich unternahm noch richtig viel in der letzten Woche nach den Prüfungen (die liefen übrigens alle recht gut, meine Noten passen alle und ich bin sehr zurfrieden mit meinen akademischen Leistungen an der UC Berkeley). Ich war also viel unterwegs, ging beipsielsweise am letzten Tag noch mit meinen Freunden vom Skiteam zum Frühstücken, war auf etlichen Abschiedsparties (denn viele meiner Freunde haben gerade ihren Uniabschluss gemacht und verlassen Berkeley auch), genoss die "Happy Hour" am Lake Merritt in Oakland, schaute mir den botanischen Garten von Berkeley an, verbrachte einen malerischen und wunderschönen Tag in Pacifica am Strand und beim Wandern in den Hügeln, und so weiter. Ich bin froh, dass ich die Zeit fand, mich von jedem in Ruhe zu verabschieden, noch viele gute Gespräche zu führen und gemeinsam mit Freunden so Einiges zu unternehmen.

Fazit: Mein neues californisches Leben zu einem Abschluss zu bringen war schwer, und ich vermisse den life style der Bay Area bereits jetzt. Doch ich habe tausende von wunderschönen Erinnerungen im Kopf und viele neue Freunde gewonnen - das Jahr war noch viel toller, als ich es mir je hätte träumen können! Und dafür bin ich unendlich dankbar! Und jetzt schaue ich nach vorne, denn in knapp 3 Wochen starte ich nach Tansania, und das nächste Abenteuer beginnt! :-)

Dienstag, 11. Mai 2010

Finals, Hausarbeiten, Baseball - und Abschiedsgedanken

Eins-zwei-drei im Sauseschritt, es läuft die Zeit, wir laufen mit...

Inzwischen habe ich vier Hausarbeiten geschrieben (jeweils 12 bis 25 Seiten lang), drei Präsentationen gehalten, und eine Abschlussprüfung gemeistert. Mir bleibt noch ein Final, das ich am Donnerstag schreiben werde, und dann ist das Kapitel "University of California, Berkeley" vorerst abgeschlossen. Es wird sich zeigen, ob ich in ein paar Jährchen vielleicht wieder herkommen werde, da ich sehr gute Kontakte mit einige Professoren geschlossen habe, und mit einer Promotion liebäugle. Doch das steht noch alles in den Sternen, erstmal komme ich zurück nach Deutschland, mache meinen Master fertig und dann sieht man weiter. Doch ich kann bereits jetzt sagen, dass mir das akademische Auslandsjahr hier im schönen Californien neben viel neuem akademisch-psychologischem Wissen, viel Lebenserfahrung und auch viele gute Kontakte gebracht hat - und das ist viel wert! Ich habe hier gelernt "it's all about networking - without your network, you are nothing".

Natürlich habe ich nicht nur gute Uni-Kontakte geschlossen, sondern auch sehr viele liebe Menschen kennengelernt, mit denen ich tolle Zeiten verbracht und viel Spaß gehabt habe. Viele davon machen aktuell ihren Abschluss und verlassen Berkeley auch spätestens im Juni. Andere waren - so wie ich - Austauschstudenten und fliegen auch in den kommenden Wochen zurück in die Heimat. Und wieder andere sind bereits wieder in heimischen Landen und wir sind über facebook, skype und Telefon immer noch "in touch". Ich habe in den letzten Wochen gemerkt, dass sich hier ohnehin alles auflösen wird, und dass nichts so bleiben wird, wie es gerade ist. Das macht es mir einfacher auch zu gehen und ein neues Lebenskapitel anzufangen. Doch das bedeutet nicht, dass man alle neu gewonnenen Freunde hinter sich lässt. Ich bin mir sicher, dass ich mit vielen über facebook und skype in Kontakt bleiben werde, und den einen oder anderen irgendwo auf der Welt auch wieder sehen werde. Einige meiner Skiteam-Freunde planen bereits einen Skiurlaub in den Alpen für den kommenden Winter, und die Aurelie zieht wahrscheinlich diesen Sommer in die Schweiz! :-) It's a small world after all...

Vergangenes Wochenende stand ganz im Zeichen von Baseball - jaja, mein Bruder hat doch einen Eindruck bei mir hinterlassen in all den Jahren... *grins* Freitag Abend ging ich mit einer Gruppe von Freunden ins Baseballstadion der A's in Oakland um ein Spiel gegen Tampa Bay anzuschauen. Wir haben verloren, doch der Abend war lustig und danach gabs ein großes Feuerwerk - und nen großen Eisbecher!! War echt klasse! :-) Am Samstagvormittag war ich leider sehr unproduktiv was meine Hausarbeit anging, und war froh über ein bisschen Ablenkung, als ein paar Skiteamer anriefen und fragten ob ich mit ihnen Baseball spielen will. Klar wollte ich! :-) 2 1/2 Stunden und einen fiesen blauen Fleck (hab nen Ball full speed gegen das Schienbein bekommen...*autsch*) später ging ich fröhlich wieder nach Hause, und war dann doch noch produktiv... vor allem beim Geburtstagfeiern mit Bri. Pizza, Ice cream, Malibu und 10 Mädels - eine gute Kombi für einen lustigen Abend! :-) Doch ich freu mich auch schon wieder auf solche Abende mit meinen Regensburger/Münchner Mädels und den Göttinger Mädels!! Noch 2 Wochen - dann bin ich daheim... :-)

Dienstag, 4. Mai 2010

Semester-Endspurt


Ich befinde mich nun in der letzten Prüfungsphase des Frühlingssemesters in Berkeley. Ich muss aktuell 4 Hausarbeiten schreiben, 3 Vorträge halten, und 2 Abschlussprüfungen bestehen, dann hab ich mein Studienjahr in Californien gut und erfolgreich abgeschlossen. Bisher läuft alles ganz gut und ich bin guter Dinge – befinde mich noch in meinem Zeitplan, auch wenn das alles etwas eng getimt und ziemlich stressig ist!

Das Wetter ist herrlich, es war in den vergangenen Wochen abschnittwsweise wunderschön frühlingshaft und ich habs genossen in der Sonne zu sitzen und Artikel und Bücher für die Uni zu lesen. Die nächste universitäre Hürde kommt dann in Göttingen, wenn ich die Anerkennung meiner in Californien absolvierten Kurse beantragen muss… ich hoffe sehr, dass die Professoren sich kooperativ zeigen und wir gemeinsam eine gute Lösung finden werden. Würde mich freuen, wenn all die Arbeit, die ich hier in die Uni gesteckt habe, auch für meinen Master-Abschluss zählen würde. Mein Praktikum im Napa State Hospital habe ich letzte Woche erfolgreich abgeschlossen und wir, d.h. alle Volunteers und Praktikanten des vergangenen Jahres, wurden mit einer großen Abschieds- und Ehrungszeremonie von einem Komitee des Krankenhauses verabschiedet. War ein toller Abend und insgesamt eine spitzen Zeit, ich hab gute Kontakte geknüpft und wertvolle Erfahrungen gesammelt! An meinem Research-Projekt in dem Psychologie-Labor in Berkeley werde ich auch weiterhin mitarbeiten, denn wir beginnen jetzt dann mit der Datenerhebung, und ich find das Projekt einfach superspannend! Da will ich dran bleiben, und sehen, was dabei so rauskommt!

Die letzten 2 Wochen hatte ich Besuch von meinen Eltern und durfte wunderschöne Tage mit ihnen in Californien verbringen. Ich fands klasse, dass ich meinen Eltern „mein“ Californien zeigen konnte und ihnen ein Gefühl dafür vermitteln konnte, was ich hier ein Jahr lang so gemacht habe. Die beiden hatten es gerade noch geschafft aus Deutschland rauszufliegen, bevor alle Flughäfen wegen des Vulkans geschlossen wurden – Schwein gehabt! Sie waren dann zum „Cal-Day“, dem „Tag der offnen Tür“ der University of California, Berkeley hier und ich hatte großen Spaß meinen Altvorderen den Campus, die Marching Band, den Sather Tower, das internationale Spring Festival im International House, und vieles mehr zu zeigen. Außerdem machten wir eine lustige Fahrradtour durch San Francisco über die Golden Gate nach Sausalito – ein spitzen Tag! Außerdem gabs in guter alter Weber‘schen Tradition ein großes Abendessen mit einigen meiner neuen californischen Freunde: lecker Wiener Schnitzel und Kartoffelsalat mit Mousse au Chocolat! :-) Das Wochenende danach cruisten wir mit einem kleinen Wohnmobil die Küste hinauf Richtung Norden, feierten Papa’s Geburtstag am Stinson Beach, bestaunten am Point Reyes See-Elefanten und Wale, und chillten in Bodega Bay. Sehr cool, sehr gemütlich, sehr leckeres Essen! :-)

Vergangenes Wochenende war ich in New York, wo ich unter anderem meinen Cousin besuchte und wunderschöne Tage bei strahlendem Sonnenschein und mit herrlichen Momenten in Brooklyn und Manhatten verbringen durfte. Das waren wirklich tolle Tage, trotz der beiden Hausarbeiten die ich zwischendurch schreiben musste… wer während seiner Finals wegfährt, der muss eben damit rechnen auch was arbeiten zu müssen. *grins* Dafür genießt man dann die Freizeit doppelt und dreifach so sehr! Leider wurde mein Rückflug nach San Francisco gecancelt, weil gerade etliche Stürme über USA toben. Wurde dann alternativ auf einen Flug umgebucht, der nach Oakland flog. 3 Stunden bangen Wartens später, ob ich auf Stand-by mitfliegen darf oder nicht, sitze ich nun endlich im Flieger und bin froh, dass ich rechtzeitig wieder in Berkeley sein werde, um morgen meine Präsentation zu halten… *uff* Der Anschlag, der am Samstag auf dem Times Square verübt werden sollte, wurde gottseidank vereitelt und ich war zu der Zeit auch nicht gerade dort in der Gegend unterwegs… Und wieder: Schwein gehabt!

In 3 Wochen geht’s für mich wieder zurück gen Heimat, wo ich allerdings nur rund 3 Wochen bleiben werde. Den Sommer werde ich in Tansania verbringen, wo ich 2 Monate lang im Rahmen eines Projektes namens „SIC – Support for International Change“ (www.sichange.org) Aufklärungsarbeit im Bereich HIV/AIDS leisten werde. Danach schließt sich noch ein Reisemonat an, wo ich mir Land und Leute im östlichen Afrika mal genauer anschauen werde, gemeinsam mit der Krissi! Ich freu mich schon riesig auf die Zeit in Afrika, das wird eine große Herausforderung und gleichzeitig ein Abenteuer der besonderen Sorte! :-) Und bis dahin werde ich noch hoffentlich viele tolle Augenblicke in Berkeley erleben; in Planung sind ein Besuch im Baseball-Stadion, etliche Abschiedspartys, Besuch von Sarah und Raphael aus Göttingen – ach ja, und natürlich die Abschlussprüfungen… ;-)