Ist ja eine Weile her, dass ich geschrieben habe, fällt mir gerade auf - das tut mir leid! Doch hier kommt mal wieder ein Bericht meiner Zeit hier. Natürlich hab ich immer noch Uni, sowie zwischendurch immer wieder Prüfungen. Die Finals stehen bald an, am 2. Dezember gehts damit los. Aber ich find es nach wie vor klasse, ich find die Uni hier toll und hab Spaß am Lernen (insofern das Spaß machen kann). Mein Praktikum im Napa Mental State Hospital läuft gut und mein Stundenplan für das kommende Semester ist soweit bereits fix, wobei ich wohl noch ein paar Kleinigkeiten ändern werde. Soweit, so gut!
Nun zu meiner Freizeit: Ich habe in den letzten 2 Wochen viel in der Bay Area rund um San Francisco unternommen sowie einige tolle Sachen hier in Berkeley gemacht. Warum immer in die Ferne streben, wenn das Gute so nah sein kann? *grins* Heute beispielsweise haben wir einen Ausflug gemacht zum Stinson Beach, wo wir barfuß am Strand entlang gelaufen sind - einfach klasse, wenn man bedenkt dass es Mitte November ist. Dann sind wir weiter den Highway Number 1 in den Muir Woods National Park gefahren, wo wir einen Spaziergang zwischen den Redwoods gemacht haben. Es ging weiter nach Sausalito, um dort mit einem großen Eisbecher den Sonnenuntergang und San Franciscos Skyline zu bestaunen. Und schließlich ließen wir den Abend in einer tibetischen Teestube in San Francisco ausklingen, wo ich mich mit den verschiedensten und interessantesten Leuten unterhalten habe... :-)
Gestern Abend war ich in der UC Berkeley Concert Hall bei einer Taiko Drum Show, einer japanischen "Trommelvorführung", die hochakrobatisch und sehr beeindruckend war. Erstaunlich und einfach klasse, was 30 Leute mit verschiendenen Trommeln auf der Bühne fabrizieren können! *wow* Außerdem war gestern das letzte Heimspiel unserer College Football Mannschaft, den Cal Bears. "Go Bears!!" Da ich letztes Wochenende bereits im Stadion war und dort superviel Spaß hatte, ging ich auch dieses Wochenende in die Berkeley Hills hinterm Stadion, wo sich all jene versammeln, die keine Tickets mehr bekommen haben oder kein Geld fürs Stadion ausgeben wollen oder in Ruhe Bier trinken wollen währen sie Football anschauen. Letzteres ist nämlich im Stadion verboten. Dort oben herrschte eine tolle Stimmung, man hatte eine unbeschreibliche Aussicht in das 72 000 Mann (und Frau :-) fassende Memorial Stadium sowie auf einen atemberaubenden Sonnenuntergang hinter der Golden Gate Bridge. Und im Footballstadion rockt echt der Bär, die Atmosphäre ist der Hammer! Die Fans singen und schreien sich die Seele aus dem Leibe und sind mit voller Energie dabei. Die "Marching Band" spielt die besten Songs und marschiert in der Pause in den wildesten Formationen über den Rasen. Das Spiel an sich ist jedoch weniger spektakulär, auch wenn ich nun endlich die Regeln des American Football verstanden habe (zumindest die basics!). Trotzdem ein absolut nicht zu verpassendes kulturelles Highlight meines Aufenthaltes hier!! :-)
Ein weiteres nennenswertes Event war das Pferderennen, wo ich vergangenen Sonntag mit ca. 10 anderen internationalen Studenten war. Wir zogen uns natürlich alle fesch an mit Anzug und Kleid und Hüten, wie man das so macht zum Pferderennen (dachten wir!). Doch leider waren wir die einzigen Gäste, die das taten! Alle anderen Zuschauer waren im Jogging Anzug dort und fanden es hochamüsant, dass wir alle so schick waren. *grins* Doch wir hatten auch unseren Spaß, wetteten ein bisschen, obwohl wir keine Ahnung hatten, aßen Hot Dogs, und ich fuhr mit Aurelie relativ bald wieder nach Hause, weil es kalt wurde! *grins* Trotzdem zieh ich seit ner Woche ne blöde Erkältung mit mir rum und huste mir die Seele aus dem Leib, während Aurelie genauso krank ist - kein Wunder, wenn man im gleichen Zimmer wohnt.
Außerdem war ich letzte Woche am Veterans Day (wir hatten keine Vorlesungen, ist ein Feiertag hier!) im Mt. Diablo State Park, einer wunderschönen Gegend hinter Berkeley, wo man toll klettern kann und vom Gipfel endlose Wälder und Felder sieht! Wunderschön! Solche kleinen Ausflüge sind einfach klasse und ich genieße es total, dass man von Berkeley aus so viel unternehmen kann und so schöne Dinge sehen kann ohne wirklich weit fahren zu müssen. Seltsam, ich denke, dass man das auch in Deutschland tun könnte, doch irgendwie macht man es dort einfach nicht, denn man hat ja alles ständig vor der Haustür und findet es weniger "besonders", weil man ja immer dort wohnt. Wenn man jedoch im Ausland studiert und weiß, dass man dort nur für eine begrenzte Zeit ist, dann nimmt man alles mit, was man eben sehen oder machen oder erleben kann! Zumindest erlebe ich das hier so! Irgendwie eine coole Lebenseinstellung - so sollte man immer leben und Gelegenheiten einfach beim Schopf ergreifen, wenn sie sich bieten! :-) Hm, wenn es nur immer so einfach wäre, wie das hier klingt... so long, ich geh jetzt ins Bett, gute Nacht und bis bald!
Wenn ich unterwegs bin, erzähle ich hier gerne meine ganz persönlichen Geschichten und berichte von meinen Erfahrungen. Zu Lesen gibt es Erzählungen von spannenden Erlebnissen und interessanten Menschen, Schilderungen von Eindrücken und Ländern, Reflexionen über neue Erkenntnisse und vieles mehr... nicht nur aus Californien, wo mein Blog began! Herzlich Willkommen und viel Spaß!
Montag, 16. November 2009
Mittwoch, 4. November 2009
Halloween und andere Spaesse
Inzwischen ist es November. Draussen scheint immer noch die Sonne und es hat heute ca. 25 Grad. Und letzten Samstag war ich beim Saisonauftakt-Skifahren in Tahoe (www.rideboreal.com)! Im T-Shirt auf einem Huegel, der dem Proeller Konkurrenz macht... *lol* Aber es war unglaublich lustig, die Leute mit denen ich unterwegs war, waren cool und wir hatten Spass!! Ja, das Wetter ist schon komisch hier und irgendwie hab ich so das Gefuehl, es sollte so langsam kalt werden, weil ja Weihnachten schon naeher kommt. Erstaunlicherweise ist hier noch gar kein Weihnachts-Trubel und Lebkuchen-Hype, so wie ich das aus Deutschland kenne, wo das ja immer bereits im Oktober losgeht. Grund dafuer ist, dass bis vorgestern hier alle im Halloween-Modus waren und jetzt die Thanks Giving Zeit kommt und erst am Tag nach Thanks Giving, sprich Ende November, der Weihnachtsverkauf losgeht - das ist gar nicht so schlecht in meinen Augen, denn dann hat man die Geschichte komprimiert in 4 Wochen und Spass dran und kann sich vorher anderen Festen widmen! :-)
Halloween war lustig, ich war an 3 verschiendenen Tagen auf 3 verschiedenen Partys, alle kostuemiert! Die Amis geben sich unendlich viel Muehe mit ihren Kostuemen und leben das so richtig aus! Ich als alte Theaterbegeisterte hab mich da natuerlich mitreissen lassen und war als Teufel unterwegs! :-) Allerdings findet die Polizei all die - stets friedlichen und froehlichen - Festivitaeten der Studentenschaft weniger lustig und beschloss kurzerhand in Berkeley jede einzelne Party mit Blaulicht, Krankenwagen und Feuerwehr so gegen 12 Uhr zu schliessen. Ja, ihr lest richtig: Mitternacht war immer alles gelaufen, zumindest von offizieller Seite aus! Die After-Partys gingen natuerlich noch laenger weiter im kleineren Kreise... Aber es ist schon erstaunlich, wie strikt hier die Gesetze sind und wie genau sich alle daran halten und welche Durchsetzungskraft die Polizei hier hat. Trinken auf der Strasse - verboten. Alkoholausschank nach 2 Uhr - verboten. Laermverwarnung? Gibt es nicht - da gibt es gleich eine Geldstrafe und ein Partyverbot fuer 6 Monate. Bei Rot ueber die Ampel gehen - Geldstrafe. Alkoholisierte, jedoch friedliche Fussgaenger - Geldstrafe. Ich koennte noch einige solcher Dinge aufzaehlen, doch ich denke das reicht an dieser Stelle um zu verdeutlichen, dass wir in Deutschland doch mit angenehmeren, lockeren und weniger strikten Regeln und Gesetzen leben.
Ein anderes Thema ist der immer waehrende Konkurrenzkampf der amerikanischen Studenten. Ich hatte mich von Anfang an ueber die mangelnde Kommunikation in den Seminaren und Vorlesungen gewundert und darueber, dass man anscheinend in der Uni keine oder nur wenig Leute kennenlernt, sondern nur bei seinen Freizeitaktivitaeten und Hobbies. Nun, man spricht auch nicht ueber Uni oder Noten - egal ob mit Leuten im gleichen Kurs oder mit Mitbewohnern oder Freunden, die was komplett anderes studieren. Das ist Privatssache und geht niemanden was an... Das klingt ja noch angemessen und positiv, koennte man meinen. Aber es schuert ganz viele negative Gedanken und ein unterschwelliges, ewiges Konkurrenzdenken, denn der andere koennte ja besser sein, man weiss es aber nicht. Man gibt deswegen auch beispielsweise keine Mitschriften weiter, auch wenn der Kommilitone krank war und deswegen nicht in die Vorlesung gehen konnte. Gruppenarbeiten? Nun ja, man lernt schon in Gruppen, aber danach sprich man nicht darueber, was man fuer eine Note bekommen hat. Seltsam, oder? Ich finde es traurig, denn in meinen Augen sollte die Uni ein Ort sein, wo man Freunde findet, Leute, die die gleichen Interessen haben und Spass daran haben gemeinsam in die gleiche Richtung zu laufen und ueber spannende Themen zu diskutieren udn so weiter. Ich kann nur jemanden einen Konkurrenten nennen, wenn er das gleiche Ziel hat wie ich und nur einer von uns es erreichen kann. Doch das ist hier nicht gegeben, denn warum sollten denn nicht mehrere Leute gute Leistungen bringen koennen? Deshalb verstehe ich nicht, wie es zu disem seltsamen unterschwelligen Konkurrenzkampf hier an der Uni kommt, der so viel Druck auf jeden einzelnen ausuebt. Und ich bin froh, dass das bei uns anders ist! :-)
Halloween war lustig, ich war an 3 verschiendenen Tagen auf 3 verschiedenen Partys, alle kostuemiert! Die Amis geben sich unendlich viel Muehe mit ihren Kostuemen und leben das so richtig aus! Ich als alte Theaterbegeisterte hab mich da natuerlich mitreissen lassen und war als Teufel unterwegs! :-) Allerdings findet die Polizei all die - stets friedlichen und froehlichen - Festivitaeten der Studentenschaft weniger lustig und beschloss kurzerhand in Berkeley jede einzelne Party mit Blaulicht, Krankenwagen und Feuerwehr so gegen 12 Uhr zu schliessen. Ja, ihr lest richtig: Mitternacht war immer alles gelaufen, zumindest von offizieller Seite aus! Die After-Partys gingen natuerlich noch laenger weiter im kleineren Kreise... Aber es ist schon erstaunlich, wie strikt hier die Gesetze sind und wie genau sich alle daran halten und welche Durchsetzungskraft die Polizei hier hat. Trinken auf der Strasse - verboten. Alkoholausschank nach 2 Uhr - verboten. Laermverwarnung? Gibt es nicht - da gibt es gleich eine Geldstrafe und ein Partyverbot fuer 6 Monate. Bei Rot ueber die Ampel gehen - Geldstrafe. Alkoholisierte, jedoch friedliche Fussgaenger - Geldstrafe. Ich koennte noch einige solcher Dinge aufzaehlen, doch ich denke das reicht an dieser Stelle um zu verdeutlichen, dass wir in Deutschland doch mit angenehmeren, lockeren und weniger strikten Regeln und Gesetzen leben.
Ein anderes Thema ist der immer waehrende Konkurrenzkampf der amerikanischen Studenten. Ich hatte mich von Anfang an ueber die mangelnde Kommunikation in den Seminaren und Vorlesungen gewundert und darueber, dass man anscheinend in der Uni keine oder nur wenig Leute kennenlernt, sondern nur bei seinen Freizeitaktivitaeten und Hobbies. Nun, man spricht auch nicht ueber Uni oder Noten - egal ob mit Leuten im gleichen Kurs oder mit Mitbewohnern oder Freunden, die was komplett anderes studieren. Das ist Privatssache und geht niemanden was an... Das klingt ja noch angemessen und positiv, koennte man meinen. Aber es schuert ganz viele negative Gedanken und ein unterschwelliges, ewiges Konkurrenzdenken, denn der andere koennte ja besser sein, man weiss es aber nicht. Man gibt deswegen auch beispielsweise keine Mitschriften weiter, auch wenn der Kommilitone krank war und deswegen nicht in die Vorlesung gehen konnte. Gruppenarbeiten? Nun ja, man lernt schon in Gruppen, aber danach sprich man nicht darueber, was man fuer eine Note bekommen hat. Seltsam, oder? Ich finde es traurig, denn in meinen Augen sollte die Uni ein Ort sein, wo man Freunde findet, Leute, die die gleichen Interessen haben und Spass daran haben gemeinsam in die gleiche Richtung zu laufen und ueber spannende Themen zu diskutieren udn so weiter. Ich kann nur jemanden einen Konkurrenten nennen, wenn er das gleiche Ziel hat wie ich und nur einer von uns es erreichen kann. Doch das ist hier nicht gegeben, denn warum sollten denn nicht mehrere Leute gute Leistungen bringen koennen? Deshalb verstehe ich nicht, wie es zu disem seltsamen unterschwelligen Konkurrenzkampf hier an der Uni kommt, der so viel Druck auf jeden einzelnen ausuebt. Und ich bin froh, dass das bei uns anders ist! :-)
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