Montag, 30. März 2015

Das "Recht" in Gerechtigkeit? Gedanken zur Asylpolitik in Australien

Ich durfte heute Abend einer sehr außergewöhnlichen Vorlesung beiwohnen, die mich sehr bewegt hat. Die "Hal Wootten Lecture" findet jährlich an der juristischen Fakultät der University of New South Wales statt um dem Gründer der Fakultät zu gedenken. "Where law meets justice" ("Wo Recht auf Gerechtigkeit trifft") stand groß auf dem Rednerpult, an dem Julian Burnside (http://www.julianburnside.com.au/), seines Zeichens Rechtsanwalt und Menschenrechtsaktivist, der sich für die Rechte von Asylbewerbern in Australien einsetzt, eine flammende Rede über die Missstände der Asylpolitik Australiens hielt.

Ich bin schockiert über den politischen Umgang mit Flüchtlingen (vor allem die sogenannten "boat people") in Australien! Es ist unglaublich was für eine unmenschliche Behandlung diese Menschen hier erfahren und über die Zustände zu hören, unter denen sie dann leben müssen - in der Hoffnung irgendwann zumindest ihren Asylantrag stellen zu dürfen. Die Diskriminierungen und Verletzungen (phyisch und psychisch) von Menschen, die eigentlich Schutz benötigen würden, sind bar jeder Beschreibung. Doch noch schlimmer ist, wie all dies von politischer Seite dargestellt wird und scheinbar ge"recht"fertigt wird. Australien, das viel gepriesene Land der Offenheit, Freundlichkeit und Multikulturalität, ist leider auch voller Ausländerfeindlichkeit, Fremdenhass und Rassismus. Und das alles findet unter dem Deckmantel des "Grenzschutzes" und des "Schutz gegen den Terrorismus" statt - für ein "sauberes und sicheres" Australien...

Julian Burnside kämpft seit Jahren gegen diese Missstände an, prangert öffentlich die Regierung an und macht sich selbst damit zur Zielscheibe. Er wurde letztes Jahr mit dem "Sydney Peace Price" ausgezeichnet und bekam heute stehende Ovationen für seinen Vortrag. Mich hat er sehr beeindruckt und ich bin froh, dass ich diesem Menschen, der sein Leben und seine Arbeit der Menschlichkeit und der Gerechtigkeit in der Welt verschrieben hat, heute zuhören durfte. Die Rede steht übrigens in voller Länge im Internet, falls jemand Interesse hat (http://www.law.unsw.edu.au/news-events/hal-wootten-lecture).

Mittwoch, 25. März 2015

"Liebster Award": 11 Fragen & 11 Antworten

Vielen herzlichen Dank an Why not…?! (aka Buse Aysen) für die Nominierung zum "Liebster Blog Award"! Ich hatte bisher keine Ahnung, dass es so etwas ueberhaupt gibt... wer davon auch keine Ahnung hat, findet hier Antworten. Ich werde deine 11 Fragen natürlich gerne beantworten, mit recht freien Assoziationen zu meinem Leben....




Der Titel: Schwarz-Weiss-Denken oder Mein-Leben-in-Farbe! 

1. Tee oder Kaffee? - Morgens Tee (Earl Grey), Mittags Kaffee, Abends Tee. Gelegentlich auch mal umgekehrt oder zwischendrin durcheinander.
2. Buch oder Film? - Beides gut geeignet als Stimulusmaterial fuer medien-psychologische Experimente... :) So lange sie den Leser/Rezipienten in eine (fiktive) Welt hinein transportieren und dort Gefuehle und Gedanken ausloesen, die man ohne den Konsum von Buch/Film nicht gehabt haette, finde ich beides ganz grandios!
3. Sommer oder Winter? - Sommer: Klettern, Wandern, Baden. Winter: Skifahren, Skifahren, Skifahren.
4. Süß oder Deftig? - Ich glaub, ich bin beides... :P
5. Fliegen oder Fahren? - Life is a journey! Weit weg fliegen, viel in der Weltgeschichte rumfahren, sich Staedte und Landschaften erlaufen. Read my Blog!
6. Fleisch oder Vegetarisch? - Als junges Maedchen sagte ich: "Ich will mal einen Vegetarier als Freund. Dann krieg ich zwei Schnitzel und er isst meine Kartoffeln." Inzwischen weiss ich, dass das so nicht ganz funktioniert...
7. Frühaufsteher oder Morgenmuffel? - Frueh aufstehen - und das mit Freude - wenn es Grund dazu gibt (Skifahren). Ansonsten sprich mich nicht an.
8. Holz oder Metall? - Baseball- bzw Softballschlaeger: Das Material ist entweder Holz oder Aluminium. In Deutschland darf innerhalb des DBV (Deutscher Baseball- und Softball-Verband) wahlweise mit Holz- oder Aluminiumschlägern gespielt werden, in der Regionalliga sowie 2. und 1. Bundesliga sind nur Holzschläger erlaubt.
9. Indoor oder Outdoor? - You need to be indoor to step outdoor, and only be being outdoor you can come indoor... ich arbeite meist drinnen und verbringe meine Freizeit meist draussen, aber manchmal auch umgekehrt...
10. Musik hören oder machen? - Ich singe nicht schoen, aber dafuer laut. Ich spiele "Conquest of Paradise" und Brahms "Wiegenlied" auf dem Klavier, weil ich nichts anderes mehr auswendig kann. Ich hoere HipHop, Charts, Rock, Schlager, Country, A-Capella und klassische Musik. Sonst noch was?
11. Urlaub oder Auswandern? - Hihi, lest meinen Blog, da finden sich genug Gedanken dazu!! :D

Donnerstag, 19. März 2015

Leben in Sydney

Foto-Session am Cremorne Point

Wir leben hier inzwischen unseren wunderbaren "Alltag" und haben einen guten Rhythmus gefunden. D.h. wir arbeiten ganz normal, müssen durch die Rush Hour in der Stadt und abends unternehmen wir hin und wieder etwas. :) Daher hier mal ein paar Impressionen unseres Lebens in Sydney.


Besuch des Aquariums im Hafen von Sydney. Uns beiden fiel auf, dass wir hier schon mal waren vor einigen Jahren (unabhängig von einander)... lässiges Haibecken, aber sonst fanden wir das Aquarium insgesamt nicht soooooo überzeugend. Ziemlich überteuert und dafür zu veraltet, meiner Meinung nach. Trotzdem ein sehr lustiger Nachmittag, und ein guter Zeitvertreib um den verregneten Tag rumzubringen! :)



 


St. Patricks's Day wurde natürlich auch groß gefeiert in Sydney!! Wir wollten uns mitten ins fröhliche Getümmel werfen, und nach einem zunächst weniger erfolgreichen Ausflug in die City (in dem einen Pub gab's kein Guinness mehr und in dem anderen gab's kein Durchkommen weil es so voll war) landeten wir "zuhause" in Bondi in einer sehr lustigen Sportsbar!


Man beachte bitte die australischen Korken, die vom Hut baumeln!!! :) Happy St. Paddy's G'day!! Die Australier haben wirklich Sinn für Humor!!















Ein Samstag am Strand von Bondi ist auch was sehr Schönes!! Das Meer vor der Haustür zu haben ist schon cool, mal was anderes als Berge! :) Und soooo entspannt, einen ganzen Tag am Strand entlang zu bummeln, Kaffee trinken, lesen, schlafen, genießen! An diesem Tag schlugen die Wellen so hoch, dass kein Drandenken war sich ein Surfboard auszuleihen... Irgendwie soll es nicht sein, jedesmal macht uns irgendetwas einen Strich durch die Rechnung! *grrr* Aber wir hatten Spaß uns ein bisschen in die Wellen zu werfen und den Rettungsschwimmern bei ihren zahlreichen Einsätzen an diesem Tag zuzuschauen. Und natürlich Möwen ärgern! :)

Reinhard, der "Möwenflüsterer"


Mittwoch, 18. März 2015

Tu etwas was du schon immer tun wolltest...

... Ballet tanzen!!

Ich hatte heute meine erste Tanzstunde bei der Sydney Dance Company! Die erste Balletstunde meines Lebens! :) Nähere Infos zum Kursangebot gibts hier: http://www.sydneydancecompany.com/

Alle Kurse bei der Sydney Dance Company sind für Erwachsene und es gibt für alle Levels und verschiedenste Tanz-Richtungen Gruppen (z.B. Ballet, Jazz, HipHop, Latein usw.), die alle von Profis aus dem Tanzensemble unterrichtet werden. Ich nahm an dem absoluten Anfängerkurs teil, der nicht mal "Beginners Ballet Class" heißt, sondern "Basics Ballet Class". Genau das was ich brauche!! Wir haben zuerst an der Stange Übungen gemacht und dann frei im Saal. Aber ich habe heute bereits meine ersten Pirouetten gedreht und Sprünge gemacht und Position 1 bis 5 geübt mit Armhaltung und Plié und so weiter... :)

"Zeigt dem Publikum eure Fersen... schöner langer Hals... aufrechte, offene Haltung... das Publikum möchte eure gestreckten Beine sehen..." Welches Publikum möchte mich denn überhaupt sehen mit meinen noch nicht besonders grazilen Bewegungen, lieber Herr Tanzlehrer? *lach* Aber ich geh da wieder hin, das macht Spaß und ist gut für meine Haltung und Körperspannung beim Klettern! :)

Mittwoch, 11. März 2015

Why do I blog in German? - Warum eigentlich auf Deutsch?

ENGLISH:

I get asked a lot, why I keep my blog in German. Well, there is a simple reason for that. I started this blog when I spent a year in California, to keep family and friends back home up to date. Especially my grandmothers and my grand-aunty really enjoyed reading my travel reports! For that reason I always enjoyed writing it, and talking to them about my journey after my return.

Sadly, my grandmother and my grand-aunty passed away a few weeks ago. As sad as this makes me, I still have the feeling of them being alive - they always impressed me with their Wanderlust, their great knowledge about the world, their joy of living, vitality, and their emancipation, and thus, always were and will be an inspiring example for me. And I am happy to still have two grandmas alive, with whom I can and want to share my experiences. So this is the simple reason why I blog in German! :)

GERMAN:

Ich werde immer wieder gefragt, warum ich eigentlich auf Deutsch blogge. Nun, das hat einen einfachen Grund. Ich habe angefangen zu schreiben, als ich in Kalifornien war, um meine Familie und Freunde zuhause auf dem Laufenden zu halten. Vor allem meine Grossmuetter und meine Grosstante hatten unendlich viel Freude am Lesen der Reiseberichte! Daher habe ich immer gerne und viel geschrieben und mich nach meiner Rueckkehr immer mit ihnen ueber die Reise ausgetauscht.

Leider sind vor einigen Wochen sowohl meine Oma als auch meine Grosstante von uns gegangen... So traurig das ist, so leben sie doch weiter, da sie mich mit ihrer Reiselust, ihrem grossen Wissen ueber die Welt, ihrer Lebensfreude und ihrer Emanzipation immer beeindruckten und mir als Vorbild dienten - und weiterhin dienen werden. Und ich bin gluecklich darueber, dass ich immer noch zwei Omas habe, mit denen ich weiterhin meine Erlebnisse teilen kann und moechte. Und deshalb blogge ich weiterhin auf Deutsch! :)

Dienstag, 10. März 2015

Ein Wochenende in Melbourne

Vorletztes Wochenende flogen wir recht spontan runter nach Melbourne. Grund hierfür: Lizzie (meine Austauschpartnerin aus der 10. Klasse) und Tim (ihr Ehemann) wohnen und arbeiten seit einiger Zeit in Saudi Arabien. Sie sind daher nur selten in Australien und genau an diesem Wochenende waren sie da anlässlich der 60. Geburtstagssfeier von Lizzies Eltern (meine Gasteltern!! :)). Kurzum, wir waren auch eingeladen zur Party und flogen daher spontan nach Melbourne, um die ganze Familie zu sehen!

Am Flughafen mieteten wir ein Auto (AVIS, völlig problemlos, sehr empfehlenswert) und cruisten rüber nach Doncaster. Heißt: Reinhard cruiste souverän durch den Linksverkehr, ich navigierte und bremste fleißig mit (wenn man dort sitzt wo man sonst als Fahrer sitzt und diese komische Perspektive auf den Verkehr hat, machen die Beine das automatisch...).

Auf der Party waren viele Leute, die sich an mich erinnerten ("Oh Silvana, how lovely, you are back!") - ich hatte leider meist keine Ahnung, wen ich vor mir habe... Ist ja auch inzwischen 13 Jahre her (2002!!), dass ich all die Onkels, Tanten, Cousins und Freunde getroffen habe! ;) Wir feierten fröhlich mit Rosemary und Lee, die sich riesig freuten, dass wir da waren, uns in ihrer Ansprache als "special guests" begrüßten und mich wie eine Tochter wieder willkommen hießen! Das hat mich wirklich riesig gefreut und berührt, hier wieder ein "Home away from Home" zu finden!

Am nächsten Tag besuchten wir AJ (meine Reisefreundin aus Peru, Machu Picchu 2012!), die ich dann zufällig 2013 in Vietnam wieder traf und nun in ihrem Zuhause in Seaford, Melbourne, zum dritten Mal auf unserem dritten gemeinsamen Kontinent wiedersah!! Life is a journey! :) Wir fuhren raus zur Mornington Peninsula, aßen "Fish and Chips" am Strand (Reinhard, der "Möwenflüsterer" fütterte sie natürlich, so dass sie uns bis auf halben Weg zurück in die Stadt hinterher watschelten...) und machten einen gemütlichen Spaziergang am Cape Schanck. Strahlendes Wetter, gute Gespräche, ein tolles Wiedersehen! :)


 


Abends machten wir ein echtes "Aussie BBQ" mit Känguruh-Steaks und Beef-Burger! :) "Caveman" Reinhard machte Feuer, AJ und ich spielten Tischtennis! *hihi* Wir ließen uns während des Abendessens ein bisschen von den Moskitos auffressen und dann von einem fetzen Gewitter schnell nach drinnen treiben! Stromausfall, Sturmböen - das volle Programm! :) Wir relaxten auf der Couch, schauten "Findet Nemo" und spielten mit "Milo", dem Pudel (ein minikleiner, sogenannter "Toy Poodle", sehr niedlich!).


Am Sonntag fuhren AJ, Reinhard und ich nach St. Kilda, bummelten über den Sonntagsmarkt und schauten den Kite-Surfern zu. Beim Mittagessen holte ich mir im Halbschatten einen halbseitigen Sonnenbrand (nicht so schlimm, nur leicht) und sah dementsprechend für einige Tage etwas doof aus... Aber was solls? ;)


Sonntag Abend trafen wir wieder Lizzie und Tim (diesmal bei Tims Eltern) und Fleur war auch da!! *juhu* Wir fuhren nach Abbotsford, saßen auf der Wiese und tranken Wein, und hatten uns viel zu erzählen! Lizzie und Tim berichteten viel von ihrem Leben in Saudi Arabien, von den Herausforderungen im Alltag, kulturellen Besonderheiten und von vielen Sachen vor Ort, die einen "Westler" nur den Kopf schütteln lassen... Ich zolle den beiden den höchsten Respekt, dass sie das 2 Jahre durchziehen wollen!! Abendessen gabs im "Lentil as Anything" (http://lentilasanything.com/abbotsford/), ein vegetarisches Restaurant das auf dem Konzept beruht, dass man so viel bezahlt wie man denkt dass das Essen wert war (plus ggf. Spenden für Menschen, die sich das Essen nicht leisten können). Lecker und toller Ansatz! Und der Erfolg spricht für sich: die Restaurant-Kette hält sich bereits seit über 10 Jahren. Wir beendeten den Abend mit einem kleinen Bummel durch die City (die neuen Docklands, CBD, Southbank entlang des Yarra River, Flinders Street Station, Arts Centre). Vieles in der Stadt ist neu gebaut und aufpoliert, einiges habe ich wiedererkannt, doch vor allem habe ich mich gefreut über die Vertrautheit, die mit meinen australischen Freunden und meiner "zweiten Familie" sofort wieder da war, und die Selbstverständlichkeit, mit der wir aufgenommen und willkommen geheißen wurden!

Fazit: Wahre Freundschaft kennt keine Grenzen - weder durch Raum noch Zeit!


 

Freitag, 6. März 2015

University of New South Wales

Arbeiten an der UNSW ist klasse! Das mal vorneweg.

Das Essen auf dem Campus ist grandios; ich habe seit ich hier angekommen nicht 2 mal das gleiche gegessen, sondern mal Sandwich, mal Sushi, mal Italienisch, Mexikanisch, Libanesisch, usw.! Meine Bonuskarten beim "Library Lawn Coffee Cart" und beim Smoothie Place füllen sich... :) Und heute war ich mit Ekua (eine Kollegin und tolle Frau mit spannendem Lebenslauf, die ich hier kennenlernen durfte!) in der Max Brenner Chocolate Bar. Salty Caramel Chocolate Tarte... mmmmhhhh.... :)

Im Research Centre herrscht eine sehr nette Atmosphäre und ein produktives Arbeitsklima. Macht wirklich Spaß dort zu sein und sich auszutauschen. In der ersten Woche allerdings verließ ich einmal das Institut nach 18 Uhr. Ich war sehr froh, dass ich bereits eine Chipkarte und einen Schlüssel hatte, da ALLES zugesperrt war!! Nach 17 Uhr ist Feierabend, da geht man heim. Ob die Australier dann abends von zuhause noch ein bisschen weiterarbeiten - keine Ahnung. Das bedeutet übrigens auch nicht, dass alle superfrüh kommen... Aber ich passe mich gerne dem Arbeitsrhythmus hier an. *hihi* Im März machen wir übrigens einen Workshop und im April halte ich einen Vortrag am Institut über unsere Forschung im Rahmen meiner Doktorarbeit. Es geht also was vorwärts und der akademische Auslandsaufenthalt bringt mich auch fachlich weiter!








Dienstag, 3. März 2015

Willkommen in Sydney

Vor ca. 2 Wochen kam ich gemeinsam mit'm Reinhard hier in Sydney an. Diese Traumstadt wird für 2 Monate unser Zuhause sein... :) Ein kurzer Einblick in die ersten Eindrücke!

Wohnen und Lifestyle: Unser Apartment (über airbnb gefunden, richtig klasse, sehr nette Gastgeber) ist in Bondi - mit Balkon und Blick auf's Meer! Hier kann man es sich echt gutgehen lassen... Die Atmosphäre in Bondi ist sehr entspannt, wie man es sich vorstellt. Surfen ist überall present, sei es ein umfunktioniertes Surfbrett als Briefkasten, die Deko in so ziemlich jeder Bar, die lokalen Surfer die mit ihrem Board Richtung Meer marschieren, oder die Unmengen an Touristen, die am Strand ihre erste Surfstunde bekommen. Am Strand von Bondi mischt sich alles, ob jung oder alt, Local oder Backpacker, und es ist immer voll, egal welcher Wochentag. Es gibt viele Bars und Restaurants mit Essen aus aller Welt - multikulti und sehr lecker! Nur eines haben sie alle gemeinsam: es ist alles ziemlich teuer! Selbst die Preise im Supermarkt sind heftig und nicht zu vergleichen mit dem, was ich damals 2007 hier bezahlt habe... aber davor wurden wir eh vielseitig gewarnt.

Arbeit: Der Reinhard arbeitet im Norden von Sydney und ist rund 1 1/2 Stunden unterwegs mit den Öffis. Daher arbeitet er auch viel von zuhause aus. Ich bin in einem Forschungsprojekt an der University of New South Wales (UNSW) beschäftigt, die in Randwick und mit dem Bus in rund 30 Minuten erreichbar ist. Passt wunderbar für den täglichen Arbeitsweg! Die Kolleginnen und Kollegen sind alle sehr nett und aufgeschlossen. Ich wurde von Anfang an sehr herzlich willkommen geheißen und genieße die perfekte Balance zwischen eingebunden sein und viele Freiheiten haben. Der Campus ist riesig und ziemlich beeindruckend. Es erinnert mich alles ein wenig an Berkeley! Happy memories! :) In der vergangenen Woche war Orientierungswoche für die neuen Erstsemester. Zehntausend neue Studierende waren am Start und überfluteten den Campus regelrecht. Überall waren Stände der verschiedensten Clubs und Associations und Sportgruppen etc. aufgebaut, die für neue Mitglieder warben. Ich traf direkt den Gründer des "German Club", der am Stand jedoch eine österreichische Flagge aufgehängt hatte...Häh, wieso? Nun, er kam aus Wien und ist schon seit 14 Jahren hier in Australien. Er meinte, wäre doch egal ob Deutschland oder Österreich, Hauptsache deutsch reden und ein bisschen Heimatgefühle! Daraufhin bot ich ihm gleich mal an meine bayerische Flagge (die ich selbstverständlich dabei habe!) daneben zu hängen! :)

Alltag: Reinhard arbeitet vor allem am Nachmittag und am Abend, wegen der Zeitverschiebung. Ich genieße jedoch meinen Feierabend (typischer "9-5 Job") und treffe mich gerne mit Freunden und Bekannten, die ich z.B. aus Californien kenne und die inzwischen hier wohnen, oder die auf Reisen sind und hier vorbei kommen. Facebook bringt die Menschen einfach immer wieder zusammen - es lebe das soziale Netzwerk, ein wahres Paradies für "social buttterflies" wie mich! :) Da wir in den ersten 10 Tagen beide ziemlich böse erkältet waren, war's noch nix mit Surfen oder Schwimmen oder anderem Sport - aber ob ich die Surferei wieder mal probiere, weiß ich eh noch nicht, nach meinen letzten Erfahrungen... :-/ Doch wir sind schon viel spazieren gegangen! :) Der Coastal Cliff Walk von Bondi Beach über Tamarama und Bronte bis nach Coogee Beach ist traumhaft schön - sehr empfehlenswert! Und ein After-Work Bier am Circular Quay mit Blick auf die Harbour Bridge und das Opernhaus ist einfach echt lässig!!