Mittwoch, 4. November 2009

Halloween und andere Spaesse

Inzwischen ist es November. Draussen scheint immer noch die Sonne und es hat heute ca. 25 Grad. Und letzten Samstag war ich beim Saisonauftakt-Skifahren in Tahoe (www.rideboreal.com)! Im T-Shirt auf einem Huegel, der dem Proeller Konkurrenz macht... *lol* Aber es war unglaublich lustig, die Leute mit denen ich unterwegs war, waren cool und wir hatten Spass!! Ja, das Wetter ist schon komisch hier und irgendwie hab ich so das Gefuehl, es sollte so langsam kalt werden, weil ja Weihnachten schon naeher kommt. Erstaunlicherweise ist hier noch gar kein Weihnachts-Trubel und Lebkuchen-Hype, so wie ich das aus Deutschland kenne, wo das ja immer bereits im Oktober losgeht. Grund dafuer ist, dass bis vorgestern hier alle im Halloween-Modus waren und jetzt die Thanks Giving Zeit kommt und erst am Tag nach Thanks Giving, sprich Ende November, der Weihnachtsverkauf losgeht - das ist gar nicht so schlecht in meinen Augen, denn dann hat man die Geschichte komprimiert in 4 Wochen und Spass dran und kann sich vorher anderen Festen widmen! :-)

Halloween war lustig, ich war an 3 verschiendenen Tagen auf 3 verschiedenen Partys, alle kostuemiert! Die Amis geben sich unendlich viel Muehe mit ihren Kostuemen und leben das so richtig aus! Ich als alte Theaterbegeisterte hab mich da natuerlich mitreissen lassen und war als Teufel unterwegs! :-) Allerdings findet die Polizei all die - stets friedlichen und froehlichen - Festivitaeten der Studentenschaft weniger lustig und beschloss kurzerhand in Berkeley jede einzelne Party mit Blaulicht, Krankenwagen und Feuerwehr so gegen 12 Uhr zu schliessen. Ja, ihr lest richtig: Mitternacht war immer alles gelaufen, zumindest von offizieller Seite aus! Die After-Partys gingen natuerlich noch laenger weiter im kleineren Kreise... Aber es ist schon erstaunlich, wie strikt hier die Gesetze sind und wie genau sich alle daran halten und welche Durchsetzungskraft die Polizei hier hat. Trinken auf der Strasse - verboten. Alkoholausschank nach 2 Uhr - verboten. Laermverwarnung? Gibt es nicht - da gibt es gleich eine Geldstrafe und ein Partyverbot fuer 6 Monate. Bei Rot ueber die Ampel gehen - Geldstrafe. Alkoholisierte, jedoch friedliche Fussgaenger - Geldstrafe. Ich koennte noch einige solcher Dinge aufzaehlen, doch ich denke das reicht an dieser Stelle um zu verdeutlichen, dass wir in Deutschland doch mit angenehmeren, lockeren und weniger strikten Regeln und Gesetzen leben.

Ein anderes Thema ist der immer waehrende Konkurrenzkampf der amerikanischen Studenten. Ich hatte mich von Anfang an ueber die mangelnde Kommunikation in den Seminaren und Vorlesungen gewundert und darueber, dass man anscheinend in der Uni keine oder nur wenig Leute kennenlernt, sondern nur bei seinen Freizeitaktivitaeten und Hobbies. Nun, man spricht auch nicht ueber Uni oder Noten - egal ob mit Leuten im gleichen Kurs oder mit Mitbewohnern oder Freunden, die was komplett anderes studieren. Das ist Privatssache und geht niemanden was an... Das klingt ja noch angemessen und positiv, koennte man meinen. Aber es schuert ganz viele negative Gedanken und ein unterschwelliges, ewiges Konkurrenzdenken, denn der andere koennte ja besser sein, man weiss es aber nicht. Man gibt deswegen auch beispielsweise keine Mitschriften weiter, auch wenn der Kommilitone krank war und deswegen nicht in die Vorlesung gehen konnte. Gruppenarbeiten? Nun ja, man lernt schon in Gruppen, aber danach sprich man nicht darueber, was man fuer eine Note bekommen hat. Seltsam, oder? Ich finde es traurig, denn in meinen Augen sollte die Uni ein Ort sein, wo man Freunde findet, Leute, die die gleichen Interessen haben und Spass daran haben gemeinsam in die gleiche Richtung zu laufen und ueber spannende Themen zu diskutieren udn so weiter. Ich kann nur jemanden einen Konkurrenten nennen, wenn er das gleiche Ziel hat wie ich und nur einer von uns es erreichen kann. Doch das ist hier nicht gegeben, denn warum sollten denn nicht mehrere Leute gute Leistungen bringen koennen? Deshalb verstehe ich nicht, wie es zu disem seltsamen unterschwelligen Konkurrenzkampf hier an der Uni kommt, der so viel Druck auf jeden einzelnen ausuebt. Und ich bin froh, dass das bei uns anders ist! :-)

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