Inzwischen bin ich ausgeschlafen und wieder fit - doch das Wochenende war anstrengend und wunderschön zugleich! Es begann mit viel Enttäuschung und Trubel, da Fabians Flieger ersatzlos gestrichen wurde und er deshalb leider nicht nach Virginia zur Hochzeit von unserem Cousin Stefan kommen konnte. Wir waren beide maßlos enttäuscht und traurig und ich musste wohl oder übel das Wochenende allein ohne meinen Bruder meistern... vor lauter Aufregung vergaß ich jedoch leider den Akku für meine Kamera, weshalb ich nur sehr wenige Bilder von der Hochzeit habe. Sorry!
So fuhr ich Freitag morgens um 4 zum Flughafen in San Francisco, um halb 8 ging mein Flieger über Washington nach Richmond. Dort angekommen erwartete mich eine angenehme Überraschung: das Mietauto der günstigen Klasse war nicht mehr vorrätig, weshalb ich ohne Aufpreis einen schicken kleinen Sportflitzer bekam. :-) Aufpreis musste ich jedoch für mein Alter bezahlen - Mieter unter 25 zahlen $25 mehr am Tag! Wucher...
Ich fuhr also gemütlich nach Charlottesville - gemütlich ist der richtige Ausdruck, denn 65 Meilen pro Stunde sind einfach mal gemütliche 110 km/h und das ist die Maximalgeschwindigkeit auf dem Highway... da bedauert man richtig, dass man so ein schnelles Auto hat, dessen PS einem nix bringen! ;-) Im Hotel angekommen machte ich mich schnell schick für den Polterabend und ging dann zu Fuß rüber zum Collonade Club, einem Club mitten auf dem wunderschönen Campus der University of Virginia. Dort erwarteten mich eine life Band, leckeres Essen und eine tolle Stimmung! Stefan und Sheedeh begrüßten mich herzlich, ich wurde rundrum vorgestellt und fühlte mich ganz und gar nicht allein, obwohl ich meinen Bruder sehr vermisste - und das das gesamte Wochenende lang! Der Polterabend verlief sehr lustig, es gab Foto-Beiträge und bayerische "Gstanzl", viel Wein und Gelächter! Gegen 12 wurde die Party in die Buddhist Biker Bar verlegt, wo es mit life Musik und Bier weiterging, bis wir - ein alter Studienfreund vom Stefan und ich als letzte verbleibende Gäste - um 2 Uhr früh rausgeworfen wurden. :-)
Am Samstag Vormittag fand dann ein legendäres Fußballspiel der "Pistazien" gegen die "Brezen" statt, sprich Perser gegen Bayern. Leider verloren die Brezen, da sie alle ihre jungen dynamischen Spieler an die Perser abgegeben hatten, da diese anfangs mit nur 3 Mann auf dem Platz aufliefen... *grins* Nach dem Spiel hüpften wir noch schnell in den See und machten uns dann schick für die Trauung am Nachmittag. Ich durfte vor der Zeremonie die Programme verteilen und während der Trauung ganz vorne bei der Familie sitzen... Es fand eine unglaublich schöne und feierliche Zeremonie statt, die die wichtigsten Elemente einer Trauung entsprechend der Persischen und der Christlichen Kultur enthielt. Die Braut war wunderhübsch und alle waren zu Tränen gerührt! :-) Nach Glückwünschen, Kaffee, Tee und dem ersten Bierchen warf man sich in die Abendgarderobe und schon ging es weiter mit Sektempfang, life Musik und attraktivem Herumstehen. Ich unterhielt mich sehr gut mit einem Onkel von der Sheedeh, der vor langer Zeit in Berkeley studiert hat und bekam ein wunderschönes Kompliment: "You've got the shine of a Berkeley girl!" :-)
Das anschließende Abendessen war mehr als lecker, die Reden sehr kurzweilig und nett und meine Tisch-Nachbarn hochamüsant! Nach dem traditionellen Eröffnungswalzer des Brautpaars wurden mit persischen Hochzeits-Liedern alle 150 Gäste spielend leicht innerhalb von 5 Minuten auf die Tanzfläche geholt - was für ein Spaß! :-) Ich lernte etliche neue Tanzbewegungen von den Damen und fand es einfach klasse! Danach spielte eine unglaublich gute Band und die Tanzfläche rockte! Beeidruckend war außerdem auch die 5stöckige Hochzeitstorte!! *mmmhhhh* So gegen 1 legte dann ein DJ aus New York Musik auf und spielte - zu meiner großen Verwunderung - auch neue deutsche Welle. Natürlich ein Wunsch des Bräutigams! :-) Wir tanzten uns bis morgens um 4 die Füße wund und schlussendlich fuhr ich happy um halb 5 mit dem letzten Shuttle zurück zu meinem Hotel.
Am Sonntag gabs nen leckeren Brunch, große Verabschiedungs-Szenen und ein paar gemütliche Stunden am See. Am späten Nachmittag fuhr ich mit meinem Flitzi zurück nach Richmond und kam irgendwann nachts um 1 mit 2 Stunden Verspätung in San Francisco an. Leider fuhr keine U-Bahn mehr und keiner vom Bodenpersonal konnte mir so richtig weiterhelfen, weshalb ich für schlappe $35 mit einem Shuttle nach Berkeley fahren musste. *nerv* Egal, das Wochenende war der Hammer, ich hatte unendlich viel Spaß und bewundere, mit welcher Leichtigkeit und mit wie viel Vergnügen 150 verschiedene Leute aller Altersgruppen, aus 3 Kulturen, 6 Kontinenten mit so vielen verschiedenen Muttersprachen ein so tolles Fest miteinander feiern konnten! Danke Stefan und Sheedeh für diese 3 wundervollen Tage! :-)
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