Freitag, 4. September 2009

University of California Berkeley

Ich hab ne ganze Weile nichts von mir hören lassen, denn die Uni ist letzte Woche losgegangen und seitdem bin ich ziemlich beschäftigt. Doch bereits jetzt kann ich Einiges darüber erzählen, wie mein Studium hier so läuft. Ich habe 6 Kurse mit insgesamt 17 Units belegt, was etwas viel ist, doch ich denke, ich komm klar da ich inhaltlich bereits viel Vorwissen habe. Im Schnitt macht man pro Semester nur 13 Units und 4-5 Kurse, um einen Vergleich zu nennen. Mal sehen, wie stressig das wird, im Zweifel kann ich bis Mitte September immer noch einen Kurs droppen. Also, meine Kurse:

Clinical Psychology
: Mehr oder weniger der gleiche Kurs, den ich bereits in Deutschland belegt habe, allerdings wird die ganze Bandbreite von psychischen Störungen behandelt aus allen möglichen Perspektiven. Er umfasst 2 Vorlesungen die Woche plus eine Discussion Group. Kursleitung ist Ann Kring, eine recht bekannte Psychologin, die etliche Lehrbücher geschrieben hat.

Cognitive Neuroscience: Ein Kurs über das Gehirn, sehr aktuelle Forschung auf dem Feld der Neurologie verbunden mit Kognitionspsychologie und allen möglichen Bereichen des menschlichen Denkens. Kursleitung: ein unglaublich netter Prof, Richard Ivry. Der Kurs umfasst 2 Vorlesungen die Woche plus eine Discussion Group.

Human Happiness: ein Kurs über akademisch sehr anspruchsvolle qualitative und quantitative Forschung auf dem Feld der Glücksforschung. Wir lernen viel über Philosophie aus östlichen und westlichen Kulturen, Komponenten des Glücks, wie man glücklicher wird, pathologische Aspekte etc. In meinen Augen der coolste Kurs, den ich hab, mit einem extrem charismatischen Prof (Dacher Keltner) der sehr unterhaltsame Vorlesungen hält. Der Kurs umfasst 2 Vorlesungen die Woche plus eine Discussion Group.

Psychological Anthropology:
Ein etwas ungewöhnlicher Kurs, der viel Lesen voraussetzt und unglaublich philosophisch ist. Inhaltlich vieles über Freud und Co., spannende Konzepte und neue Wege, Menschen und Kulturen zu betrachten. Anstrengende Professorin, da sie Italienerin ist und einen starken Akzent hat. Der Kurs umfasst 2 Vorlesungen die Woche plus eine Discussion Group.

Cultural and Social Cognition: Der einzige Graduate Kurs, den ich belegen durfte... *hmpf* Ist ein Seminar mit unter 10 Leuten, leider hatten wir noch keine Sitzung, da der Prof (Kaiping Peng) aktuell unterwegs ist... startet also erst nächste Woche. Der Kurs umfasst nur 2 Stunden Sitzung pro Woche, allerdings viel Lesen...

Communication for Leaders:
Dieser Kurs ist an der Haas School of Business und soll Studenten rhetorisch auf das Berufsleben vorbereiten. Man lernt wie man überzeugend auftritt, gute, flüssige Vorträge hält, spontane Reden hält, akademisch anspruchsvoll und verständlich argumentiert usw. Sehr cool, auch wenn dieser Kurs mir leider meine 4 Tage - Woche versaut, da er mein einzige Freitagskurs ist! :-)

Außerdem bewerbe ich mich kommende Woche für ein Praktikum im Napa Mental Health Hospital, das jede Woche 5 Stunden umfassen würde, in denen man dort in die Arbeit mit den Patienten involviert wird. Das Praktikum würde über 2 Semester gehen und ich hoffe ich werde genommen!!

Hier noch ein paar interessante Fakten über das Unileben hier:

- Vorlesungen dauern meist nur 50 Minuten - das heißt man kommt gar nicht dazu, dass man gelangweilt ist.
- Man bekommt mündliche Noten in den Discussion Groups - wie damals in der Schule. :-)
- Wir schreiben bis zu 4 (!) Prüfungen pro Fach!
- Der Campus wimmelt von Studenten wie ein Ameisenhaufen. Man kommt kaum von A nach B!
- Zwischen den Vorlesungen hat man meist nur 10 Minuten Zeit um von A nach B zu kommen - und das kann dann schon mal ein knapper Kilometer sein, den man quer über den doch recht großen Campus zurücklegen muss.
- Die Bücher hier sind schweineteuer! Ich hab allein $350 für meine Haupt-Lehrbücher ausgegeben!
- Die amerikanischen Studenten sind mucksmäuschenstill in den Vorlesungen - da ratscht keiner. Dafür haben ganz viele ihren Laptop dabei und spielen Computer, wenn es langweilig ist.
- Profs loben Studenten für Fragen, die gestellt werden und sind begeistert über jeden - noch so blöden - Kommentar.
- Die Studenten sind extrem jung verglichen mit deutschen Studenten.
- Die Zeit, die man in Deutschland damit verbringt Texte zu analysieren und systematisch zu denken und tiefer in die Thematik einzusteigen, wird hier damit verbracht Unmengen zu lesen - wöchentlich über 300 Seiten!

Ich könnte diese Liste über erstaunliche Fakten des amerikanischen Unilebens noch beliebig weiter fortsetzen, doch das langweilt meine lieben Leser - Euch - bestimmt irgendwann. Wenn ihr mehr wissen wollt, erzähl ich gern persönlich mehr! Doch jetzt schreibe ich lieber noch ein bisschen was über meine Freizeit:

Ich mache viel Sport hier: Windsurfen, Segeln, Squash, Schwimmen usw. Das macht Spaß, man lernt viele Leute kennen und hält sich fit neben all der Rumsitzerei in Hörsälen. Außerdem bin ich abends meist mit meinen neuen Freunden unterwegs, eine bunte internationale Gruppe aus Frankreich, Holland, Schottland, Australien, England, Dänemark, Deutschland usw. Wir haben ne Menge Spaß auf Fraternity Parties und anderen House Parties. :-) Alternativen sind Kino, Theater, Billard spielen in unserem 3. Wohnzimmer und vieles mehr. Ihr seht, langweilig wird mir nicht! :-)

Da wir ein langes Wochenende vor uns haben (Montag ist frei), wollen wir (Aurelie, Rose und ich) nach LA fahren und Hollywood unsicher machen - hoffe das klappt, ist alles etwas kurzfristig! Ich werde berichten und demnächst wieder mehr Fotos hochladen! :-)

1 Kommentar:

  1. Wann gehst du eigentlich zum ersten Baseballspiel. Die Giants sind zwar kacke, aber das Stadium ist relativ lässig.

    AntwortenLöschen