Freitag, 26. August 2011

Laos - das Land der Feuchte

Vielleicht wundert ihr euch gerade über den Titel - doch wenn ihr fertig gelesen habt, werdet ihr verstehen, warum! :-)

Nach einer problemlosen Busfahrt von Chiang Mai nach Chiang Khong blieben wir dort für eine Nacht in einem sehr malerischen Hostel direkt am Mekong, weil wir für die Grenze, die um 18 Uhr schließt, 15 Minuten zu spät dran waren. In der Früh konnten wir leider auch nicht frühzeitig zur Grenze aufbrechen, weil die Krissi starke Migräne hatte. Also saßen Julia, Franzi und ich auf der Terasse, beobachteten den Dauerregen aufgrund des Monsuns, der an diesem Tag besonders aktiv war und warteten auf Besserung. Die Dame des Hauses unterhielt sich noch lange mit uns - eine sehr gebildete Thailänderin, die mit einem Amerikaner zusammen ist, aber eigenständig seit 10 Jahren ihr Guest House führt. Sie sprach mit uns über kulturelle Differenzen in ihrer Beziehung, die politische Sitaution in Thailand und Laos, medizinische Versorgung, Bildung und vieles mehr. War echt interessant!!

Wir starteten also nach dem Mittagessen etwas verzögert nach Laos, überquerten in einem kleinen Ruderboot den Mekong und bekamen dann an der laotischen Grenze für 30 Dollar ein hübsches Visum in den Pass gestempelt. Wir gingen sofort zum Office der "Gibbon Experience" und buchten dort eine Zwei-Tages Tour, die am nächsten Tag früh morgens losgehen sollte. Die Krissi durfte sich also noch den restlichen Tag erholen und wir stapften durch den Regen durch Huay Xai um schlussendlich in einem Restaurant am Mekong zur Abwechslung Pizza zu essen, da uns das südostasiatische Essen bereits ein wenig zum Hals raushängt...

Freitagmorgen standen wir früh auf und fuhren hinten auf einem Pickup (Nieselregen - wir werden wieder etwas nass) in die laotische Pampa. Unser Gepäck hatten wir im Office gelassen und hatten nur einen kleinen Rucksack dabei mit dem allernötigsten. In einem kleinen Dorf wurden wir erstmal von Kindern umzingelt und angeschaut, dann bekamen wir unsere Kletter-Gurte und wurden den Guides vorgestellt. "You can ask any question" war die Aussage am Anfang - das taten wir auch, aber leider konnten Peng und Phong kaum Englisch und konnten deswegen keine passenden Antworten geben. Schade, aber das tat der Sache keinen Abbruch. Wir wanderten 2 Stunden durch den Dschungel steil bergauf. Es hatte zu regnen aufgehört, doch wir waren innerhalb von wenigen Minuten patschnass geschwitzt aufgrund der Hitze und der großen Luftfeuchtigkeit im Dschungel. Also wieder nass... :-)

Endlich erreichten wir die erste "Zipp-Line", auch "Flying Fox" genannt: ein Kabel über eine Schlucht gespannt, rund 500 Meter lang und 70 Meter hoch. :-) Wir spannten uns - nach dem "OK" unserer guides - einer nach dem anderen ein (die Rollen mit denen wir durch den Dschungel flitzten waren lustigerweise von einer deutschen Firma!), befestigten die Sicherungskarabiner und starteten. Ein unglaubliches Gefühl!!! Man fliegt regelrecht über das Blätterdach des Urwalds, sieht Vögel, Bäche Schmetterlinge und vieles mehr! Nur Gibbons sahen und hörten wir leider während der gesamten 2 Tage keine, das war traurig, aber nicht zu ändern. Doch das Gefühl wie Tarzan (oder wahlweise Jane :-)) durch den Urwald zu schwingen, sich in den Gurt zu hängen und mit bis zu 50 km/h unterwegs zu sein - das ist echt unbeschreiblich!! Man fliegt, schwingt, singt, genießt die atemberaubende Aussicht und kann es kaum glauben, dass man bis zu einer Minute lang an diesen Drahtseilen entlang flitzt! Unsere längste Zipp Line war über 600 Meter lang und 150 Meter hoch - echt stark!! :-)

Nach 3 Stunden wechselweise Zipp-Linen und Wandern erreichten wir unser persönliches Baumhaus; in 150 Metern Höhe, mit atemberaubender Aussicht über den Dschungel, selbst von Toilette und Dusche aus! :-) Wir bekamen Kaffee und Tee und genossen die Mittagspause - es regnete aber wieder (ja, erraten: wieder (oder immer noch?) alles feucht!!). Nachmittags machten wir nochmal eine Zippline-Runde mit unseren Guides. Leider war während des mittäglichen Gewitters ein Bambusbaum auf eine Zipp Line gefallen, weshalb wir stattdessen durch diese eine Schlucht wandern mussten... ein Abenteuer für sich! Böse beißende Insekten, steile Abhänge, fiese Lianen, die sich um unsere Füße wickelten und ein Bach, der überquert werden musste. Aber wir schafften es und genossen nach der Heimkehr in unser Baumhaus eine Regenwasserdusche mit der schönsten Aussicht der Welt!! Die guides ließen uns immer allein im Haus, sie brachten zwischendurch nur Essen und räumten auf. Wir haben auch keine Ahnung wo die schliefen... Nachts waren wir also allein mit den Geräuschen des Dschungels, Taschenlampen und Spielkarten! :-) Ein einmaliges Erlebnis!! Am Samstag machten wir nochmal eine morgendliche Zippline Runde und nach dem Frühstück machten wir uns auf den Rückweg: wieder mehrere Zipplines, auch über größere Flüsse, und sehr steile Hänge die wir abwärts wandern mussten! Unsere für 2 Euro gekauften Gummi-Turnschuhe mit Gummi-Noppen taten gute Dienste, denn es regnete mal wieder... ;-)

Auf einmal sahen wir eine kleine Hütte und ein Auto - wir waren also am Ende angekommen, dachten wir! Es gab Mittagessen und dann ging die extremste 4-wheel drive Fahrt los, die ich je erlebt habe. Über Stock und Stein, durch Bäche und Schlammlöcher - der Fahrer manövrierte uns durch alles gut durch - und das bei heftigem Dauerregen! Zwischendurch mussten wir mal schieben, denn alle Tricks des Fahrers griffen nicht mehr. Also waren wir nun nicht nur nass, sondern auch über und über mit Schlamm bespritzt! :-) So checkten wir nach 3 Stunden Fahrt in unser Hostel in Huay Xai ein - die Dame guckte etwas pickiert und versichterte uns, dass wir eine warme Dusche aufm Zimmer hätten! :-)

Am Sonntag und Montag fuhren wir dann mit dem Slow Boat den Mekong runter Richtung Luang Prabang. Sonntags regnete es mal wieder, aber nur zwischendrin immer wieder. Am Montag hatten wir strahlenden Sonnenschein, den ganzen Tag lang! Die Bootsfahrt war unendlich entspannt, wir konnten unseren Muskelkater pflegen und gemütlich lesen, Musik hören, ratschen und unseren weiteren Trip planen. Die Landschaft dort ist sehr schön, grüne Hügel, malerische Dörfer, Fischerboote und zwischendrin ein Tempel am Fluss. Sehr hübsch! :-) Wir unterhielten uns auch mit ein paar anderen Reisenden, Australiern, Engländern und Deutschen. Schon toll, was für Menschen man kennenlernt, wenn man unterwegs ist! Eine Gruppe von Engländern fanden wir besonders lustig, die kamen alle aus Abi Dhabi, wo drei als Lehrer, einer als Architekt und und einer bei der Botschaft arbeiten und seit Jahren leben. Sie luden uns gleich ein, unseren Rückflug umzubuchen und ein paar Tage bei ihnen zu bleiben! Die Einladung ist echt verlockend, wir versuchen aktuell herauszufinden, wie viel uns eine Umbuchung des Fluges kosten würde. :-)

Die Nacht von Sonntag auf Montag verbrachten wir in Pak Beng, einem kleinen Dorf am Mekong. Dort wurden wir um halb 10 darauf hingewiesen, dass die Stadt bald schließe (???) und wir doch bitte ins Bett gehen sollen. "Sorry, we're closed!" Wir saßen jedoch noch ein wenig auf dem Balkon und ratschten mit den Engländern bis um halb 1 ein Polizist vorbei kam und uns wild mit seiner Taschenlampe fuchtelnd darauf hinwies, dass die Stadt schon längst geschlossen sei und wir SOFORT ins Zimmer gehen müssten! Ein vorbeifahrendes Auto lenkte ihn jedoch ab, er sprang wieder hinten auf das Mofa und brauste dem Verkehrs-Sünder (weil nachts fahren anscheinend verboten ist) hinterher. :-)

In Luang Prabang schauten wir uns wieder mal einige hübsche Tempel an (schweißnass vom rumlaufen in der Hitze) und standen am Dienstag in der Früh auch gaaaaanz früh auf, um bei Sonnenaufgang den Mönchen beim Almosen-Einsammeln zuzusehen. Über 350 Mönche aus 8 Klöstern gehen jeden Morgen rum und bekommen Reis von der Bevölkerung (und von Touristen, die auch mitmachen wollen...). Wir saßen etwas abseits und beobachteten das Schauspiel nur und genossen die Atmosphäre.

Nachmittags fuhren wir gemeinsam mit den Engländern zu einem Wasserfall, der in Terassen durch den Urwald runterbrauste. Man konnte dort herrlich schwimmen, sich hinein-schwingen, über Steine klettern und mit Reifen rumrutschen! Wie im Paradies, vor allem bei der Hitze!! :-) Wir hatten einen riesen Spaß und platschten fröhlich den ganzen Nachmittag dort rum! Am Mittwoch machten wir vier Mädels wieder allein eine Tour; wir gingen Kayak fahren auf dem Mekong und absolvierten ein Mahout Training in einem kleinen Elefanten Camp, wo wir die einzigen Besucher waren. Wir lernten unsere Elefanten zu lenken, saßen ohne Sattel nur im Nacken der Dickhäuter und schossen die tollsten Fotos! Und dann das Highlight: wir gingen ewig lang mit den Elefanten im Mekong baden!!! :-D wir durften vom Kopf ins Wasser springen, am Rücken aufstehen, uns am Rüssel festhalten - die ließen echt alles mit sich machen und bespritzen uns fröhlich mit Wasser! Das Dauergrinsen stand uns allen noch lang im Gesicht, die Endorphine hatten eine lange Nachwirkung! :-)

Doch das war auch nötig, denn aus dem geplanten Over-Night Bus von Luang Prabang nach Vientiane, der normalerweise 9 bis 12 Stunden dauert, wurde aufgrund eines riesigen Erdrutsches, eine regelrechte Schlammlawine, die einen halben Berg wegriss und anscheinend mehrere Häuser unter sich begrub, eine Odyssee von 20 Stunden!!! :-( Wir waren stundenlang gestrandet, saßen fest zwischen Schlamm, Lastwägen und Bussen, die zum Teil schon seit Tagen dort festhingen und erst morgens konnten wir den Fahrer eines Minibusses mit viel Geduld, Verhandlungskünsten und letztendlich für hiesige Verhältnisse recht viel Geld dazu überreden, uns den Rest der Strecke (7 Stunden!!) nach Vientiane zu fahren. Statt um 7 Uhr morgens kamen wir also erst nachmittags um 15 Uhr an, waren fix und fertig und leicht genervt und gönnten uns erst mal ein leckeres Abendessen in einem französischem Restaurant!

Das Wetter ist inzwischen trocken, unsere Sachen aber immer noch feucht und morgen werden wir uns hier mal umsehen! :-) Am Wochenende gehts weiter nach Kambodscha - mal sehen, was ich davon berichten werde!

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