Ostersonntag in Puno (Peru) am Titicaca See war lustig. Wir (das waren Liane, Rachel und ich) fuhren in ein kleines Dorf, das bekannt ist für seinen „Tempel der Fruchtbarkeit“ – eine alte Inka-Ruine mit vielen großen und kleinen „Stein-Phalli“, direkt neben der Kirche des Dorfes gelegen. Sehr witzig! J Auf dem Marktplatz tanzten die Menschen in traditionellen Klamotten, spielten Musik und verbrannten zwei Strohpuppen. Wozu die Verbrennung? Das konnten wir leider bis jetzt nicht herausfinden. Aber die fröhliche Atmosphäre und das schöne Wetter waren echt super! Wir aßen dann auf dem Marktplatz ein traditionelles Ostermenü und ich holte mir prompt eine unangenehme Lebensmittelvergiftung, wahrscheinlich vom Fisch, die eine 5tägige Magenverstimmung mit sich brachte. Naja, es gibt Schlimmeres und ich bin ja in einem Land mit normalen Toiletten unterwegs! *grins* Trotzdem nervig, vor allem so kurz nach der anderen Infektion... aber jetzt gehts mir wieder gut und ich bin wohlauf und gesund! Abends machten wir dann noch eine Bootstour zu den "Floating Islands" namens "Uros", die ganz aus Schilf gebaut sind. Ganz nett, kulturell interessant, aber leider mega-touristisch und eine einzige Show.
In Puno trennten sich Lianes und meine Wege, da wir
unterschiedliche Pläne für die kommenden Wochen hatten; Rachel und ich wollten es
etwas ruhiger angehen und uns an manchen Orten etwas mehr Zeit lassen. Ich
möchte meinen letzten Monat hier in Südamerika in aller Ruhe genießen und mich
nicht stressen. Also verabschiedeten wir uns, waren uns aber sicher, dass wir
uns immer wieder über den Weg laufen würden. Und das ist seitdem schon öfters
passiert und immer wieder eine lustige Überraschung! J Rachel und ich blieben noch
einen Tag länger am Titicaca See und besuchten einige Pre-Inka Ruinen
(„Sillustani“): große Türme, die als Gräber dienten und Mumien in
Embryonalstellung beinhalteten. Faszinierend!
Für die Fahrt nach Cusco hatten
wir einen Touristen-Bus gebucht, um auf dem Weg die eine oder andere Stätte zu
besichtigen. Der Tag war total relaxt (und das Mittagessen ein Traum!!), wir sahen alte Ruinen eines
Sonnen-Tempels, sowie zwei Museen und eine Kirche, die als „Sixtina“ Südamerikas
bekannt ist aufgrund ihrer tollen Malereien. Echt schön! Und die Landschaft
während der Fahrt war einfach bezaubernd! In einem der Museen waren deformierte
Schädel mit ausladendem Hinterkopf ausgestellt, was in einigen Kulturen vor
hunderten von Jahren hier Brauch war. Ein Amerikaner postulierte jedoch, er sei
ein „World Expert“ auf diesem Gebiet und dies seien keine menschlichen Schädel,
sondern Außerirdische, die die Inka Tempel gebaut hätten und evtl immer noch
unter uns seien... er erklärte ein wenig seine Theorie und sobald er weg war,
brachen alle Umstehenden in Gelächter aus! J
In Cusco angekommen, war ich erst mal echt beeindruckt, wie
schön diese Stadt ist! Alte Kolonialgebäude, riesige Kirchen, große Plätze und
rundrum grüne Hügel mit alten Inka-Ruinen drauf! Wahnsinn! J Wir checkten erst mal
in ein Hostel ein (und trafen Liane dort wieder!) und sahen uns in der Stadt um.
Ich war leicht angeschlagen wegen der Magen-Sache, also ließen wir es erst mal
ruhig angehen. Am ersten Tag (Mittwoch, 11. April) machten wir eine „Free
Walking Tour“ mit, das gleiche Konzept, das wir bereits in Santiago de Chile kennengelernt
hatten. Wir lernten die Stadt aus der Perspektive eines einheimischen Studenten
kennen und bekamen einige wertvolle Tipps. Außerdem brachte er uns zu einem
Restaurant wo wir einen Kochkurs bekamen und unter Anleitung unser eigenes
traditionelles peruanisches Essen zubereiteten und einige Spezialitäten probieren durften! Sehr lecker!! J
In den Tagen in Cusco besuchten wir natürlich auch die
Sehenswürdigkeiten der Stadt, unter anderem den „Tempel der Sonne“ (wurde
leider von den Spaniern in der Kolonialzeit in eine große Kirche umfunktioniert
und größtenteils zerstört), die große Kathedrale (mit dem berühmten Bild vom
letzten Abendmahl, wo Jesus mit seinen Jüngern Meerschweinchen isst) und einen
Turm mit einer Ausstellung über den letzten großen Inka-König. Das Wetter war
die ganze Zeit traumhaft und ich genoss die Tage im schönen Cusco sehr. Rachel
und ich bummelten durch die Straßen und über Märkte, schrieben einige Postkarten
(mal sehen, wie lang die brauchen und ob sie überhaupt ankommen!) und schliefen
auch mal gemütlich aus! J
An einem Tag trafen wir Filip wieder, einen Schweden, den
ich in Potosi in der Silbermine kennengelernt hatte. Er arbeitet als Tour-Guide
in Peru (für Gruppen mit älteren Menschen aus Schweden) und hatte einen Tag
frei und bot an, uns einige Geheimtipps in der Gegend und im „Sacred Valley“ zu
zeigen. Wir mieteten uns gemeinsam ein Taxi für den Tag und fuhren erst mal zu
einem Park, in dem Lamas, Alpakas, Guanakos und Vikunas leben, so dass man
endlich mal die Unterschiede zwischen diesen Tierarten sehen kann. Wir
besuchten auch ein „Animal Refugio“, eine Auffangstation für Tiere. Die hatten
auch einige Condore, die wir sogar anfassen durften. Es ist in Peru eine alte Tradition,
dass man Condore auf die Rücken von Stieren bindet und die beiden „kämpfen“
lässt... das steht symbolisch für den Kampf der einheimischen „Quechuas“ gegen
die spanischen „Conquistadores“, geht jedoch leider für die Tiere meist weniger
schön aus...
Danach besuchten wir Pisac, eine bekannte alte Inka-Ruine im
Sacred Valley, die hoch oben auf einem Berg thront. Wir kletterten fröhlich
dort herum und die Aussicht war atemberaubend schön!! Filip erklärte uns viel
und war total hilfsbereit. Als „Dankeschön“ luden Rachel und ich ihn zum
Mittagessen ein, doch er meinte, er hätte so viel Spaß mit uns, er täte das
total gern! J Wir
schauten uns im Laufe des Nachmittags noch zwei weitere Inka-Ruinen an, die landwirtschaftlichen
Experimenten („Moray“) sowie der Gewinnung von Salz („Maras“) dienten. Sehr
spannend und aufschlussreich – diese Inkas hatten echt was drauf! J Am Ende des Tages
waren wir glücklich und zufrieden wieder in Cusco, gingen noch alle gemeinsam
Abendessen und es war echt einer der coolsten, interessantesten und nettesten
Tage meines Trips durch Südamerika!! J
Natürlich besuchten wir von Cusco aus auch „Machu Picchu“ –
eines der sieben neuen Weltwunder. Wir wollten unbedingt eine der beliebten
Wanderungen dorthin machen und buchten – nach einigem Vergleichen von
Angeboten, sowie Empfehlungen anderer Reisender – den 4tägigen „Inka Jungle
Trek“. Dieser Trek beinhaltet Mountainbiken, viel Wandern und (optional)
Rafting und Ziplining. Wir starteten die Wanderung am Samstag, den 14. April
und kamen am Dienstag, den 17. April in Machu Picchu an – Tag 100 meiner
Südamerika-Reise!!! J
Doch mehr Details über die Wanderung schreib ich im nächsten Blogeintrag, denn
das war einfach ein einmaliges Erlebnis!
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