Sonntag, 13. Mai 2012

Die Wanderung geht weiter... noch mehr Kultur und Natur in Peru!!


Da ich immer noch etwas hinten dran bin mit meinem Blog, versuche ich mal die letzten Erlebnisse in Peru etwas kompakter zusammen zufassen... J

Rachel und ich hatten noch nicht genug vom Wandern und wollten auch noch mehr Inka-Ruinen anschauen. Noch vorm Frühstück besuchten wir die Ruinen von Ollantaytambo, faszinierende Terassen, die sich steil und weit den Berg hinaufziehen. Etliche verschiedene Tempel, darunter natürlich der obligatorische Sonnentempel und der Tempel des Mondes, sowie rituelle Bäder und toll konstruierte Brunnen konnten wir hier bestaunen. Das anschließende große Frühstück hatten wir uns verdient nach einem langen Spaziergang durch die Ruinen! Lustigerweise trafen wir in dem Café AJ wieder, die ausgeschlafen hatte, sowie den Franzosen von unserer Gruppe!! Gemeinsam fuhren wir mit dem Bus nach Urubamba, wo wir dann in getrennte Richtungen weiterfuhren. Rachel und ich fuhren über Pisac, das wir ja bereits mit Filip besichtigt hatten, gen Cusco. Ein paar Kilometer vorher stiegen wir aus, da eine nette kleine Wanderung über mehrere Ruinen (Tambomachay, Puka Pukara, Q’enqo und Saqsaywaman) in Cuscos Altstadt führt. Die Ausgrabungsstätten sind recht klein, bis auf die letzte. Saqsaywaman thront auf einem Hügel über Cusco und formt den Kopf des Pumas (die historische architektonische Form von Cusco ist die eines Pumas). Riesige Felsen bilden dicke Mauern, die der Verteidigung der Stadt dienten. Der schwerste Stein wiegt über 70 Tonnen! Wer weiß, wie die Inkas diese Brocken transportieren konnten und solche riesigen Gebäude errichten konnten?? Ich war echt beeindruckt und fasziniert von den Dimensionen dieser Festung!! Die Spanier haben leider nach der Eroberung Saqsaywaman als Steinbruch zum Errichten ihrer Kathedrale benutzt... schon bedauerlich, wie viel Kulturgut der Kolonialisierung zum Opfer gefallen ist!!!

In Cusco besuchten wir noch das Inka-Museum, wo einige sehr gut erhaltene, aber auch sehr gruselige Mumien ausgestellt sind, sowie etliche Keramik-Gefäße, Statuen, Miniatur-Landschaften und so weiter. Der Besuch im Museum vervollständigte unsere Tage voller Inka-Ruinen, alter Geschichte und faszinierender Kultur! Im Hostel trafen wir zufällig Liane wieder, die auch nach Arequipa wollte. Sie hatte allerdings einen anderen Bus gebucht als wir, trotzdem fuhren wir gemeinsam zum Bus Terminal. Unser Nachtbus war superbequem; die Busse in Peru sind der Wahnsinn! Sie sind mit WiFi ausgestattet, man bekommt vernünftiges Essen, eine Decke und ein Kissen, es werden Filme gezeigt etc. Wie im Flugzeug, nur mit deutlich mehr Beinfreiheit und Lehnen, die richtig weit nach hinten gehen (160°). Echt toll, sowas sollte es mal für Langstrecken in Deutschland / Europa geben!!

In Arequipa, im Süden von Peru, gönnten Rachel und ich uns erst mal einen ganz entspannten Tag. Wir buchten ein Doppelzimmer statt Dorm-Room um besser schlafen zu können, bummelten durch die Stadt und genossen die Sonne auf der Dachterasse! Abends gingen wir ins Kino, mit Popcorn und Cola, ganz wie zuhause, und mit Burger King zum Abendessen! *grins* Sowas muss auch mal sein, wenn man monatelang durch Südamerika reist! J Spannend war der Besuch des historischen Klosters Santa Catalina. Es ist eine riesige Anlage, die einen ganzen Block der Stadt umfasst und herrlich hergerichtet ist. Die Mauern sind rot und blau gestrichen, überall sind frische Blumen, saubere Brunnen mit Fischen, Kreuzgänge mit Orangenbäumen – es wirkt wie ein sehr gepflegtes kleines Paradies, um das sich jemand liebevoll und mit viel Stil kümmert! Seit dem 15. Jahrhundert leben dort Nonnen, ursprünglich Frauen aus wohlhabenden spanischen Familien. Die „Zellen“ sind wie kleine Wohnungen, mit Küche und Wohnzimmer ausgestattet. Die Damen lebten also recht luxuriös und gönnten sich anscheinend auch so Einiges – ein „Party-Kloster“!! J Noch heute wohnen im Kloster rund 30 Nonnen, allerdings mit deutlich weniger Komfort als ihre Vorgängerinnen.

Am 21. und 22. April machten Rachel und ich getrennte Sache. Sie hatte keine Lust mehr zu wandern – sehr verständlich nach all unserer Machu Picchu Inka Trek Wanderei – und machte eine Bustour zum Colca Canyon, während ich eine zweitägige Wanderung in den Canyon buchte. Sonntagabend trafen wir uns wie verabredet wieder im Hostel um dann gemeinsam weiterzufahren! Die Wanderung war der Hammer! Ich hatte – wie bisher auf jedem Trip dieser Reise – wieder mal großes Glück mit der Gruppe: ein Schotte, 2 Californier, ein New Yorker, ein Holländer, eine Französin und eine holländische Familie! Wir verstanden uns super und hatten eine Menge Spaß zusammen! Das Wetter war strahlend schön und am „Cruz del Condor“, ein beliebter Aussichtspunkt, sahen wir auch einige der riesigen Vögel segeln. Unser Guide war Luz, eine supernette Peruanerin, die sich prima auskannte! Das war das erste Mal, dass ich einen weiblichen Tour-Guide hatte hier in Südamerika!!! Der Abstieg in den Canyon war problemlos. Ich unterhielt mich auf dem ganzen Weg mit den beiden Californiern, Bruder und Schwester, die gemeinsam Peru bereisten! Toll!! Vielleicht ergibt sich das ja bei mir auch mal... wäre bestimmt lustig mit meinem Bruderherz! *grins* J 

Die Landschaft war atemberaubend, der Canyon ist echt beeindruckend! Es ist der zweittiefste Canyon der Welt – der tiefste ist ein paar Kilometer weiter, aber in den kann man nicht runtersteigen. Die Vegetation bestand aus Kakteen, Aloe, sehr resistenten Büschen und hübschen Blumen! Wir sahen viele Eidechsen und Vögel und unten im Canyon rauschte dauerhaft der Fluss! Wir aßen im Canyon in einem der kleinen Dörfer, die es dort gibt, zu Mittag und setzten unsere Wanderung fort bis zu einer wahren Oase – Swimming Pool, Palmen, Feierabendbier! J Wir spielten Karten, alberten herum und hatten einen total netten Abend!! Lustigerweise traf ich genau in dem Hostel, in dem meine Gruppe über Nacht blieb, auch Liane wieder, die zufällig gleichzeitig die gleiche Wanderung machte wie ich, nur auf 3 Tage gestreckt. Schon witzig, wie sich unsere Wege doch immer wieder kreuzen!

Der Aufstieg am zweiten Tag war heftig und echt anstrengend!! Wir starteten morgens um halb 6 und die Ansage war: 3 Stunden steil bergauf! Als Alternative hätte man für rund 20 Euro einen Muli mieten können, die einen hinauf trägt. Aber das kam nicht in Frage! J Ohne Frühstück machten wir uns auf den Weg! Der Sonnenaufgang war wunderschön, wie die Sonne die schneebedeckten Berggipfel in goldenes Licht tauchte und langsam das Tal mit Licht flutete! Ich trottete in meinem Tempo den Weg hinauf, der sich in Schlangenlinien den Steilhang hinauf zog. Mit Musik in den Ohren und der wunderschönen Aussicht vor der Nase war alles halb so schlimm. Die Französin und der New Yorker gaben richtig Gas, sie besteigt regelmäßig 6000er und er ist Marathonläufer. Die beiden schafften den Berg in Rekordzeit mit unter zwei Stunden, aber ich blieb auch unter 2 ½ Stunden. Das ist schneller als per Muli! *juhu* J Die Aussicht oben belohnte uns für die Mühe und wir freuten uns über das Frühstück!! Wir relaxten ein wenig in Cabanaconde und fuhren dann weiter zum Baden in heißen Quellen – Balsam für die müden Muskeln!! Einige Stunden sowie einige Aussichts- und Sightseeingstops später kamen wir wieder in Arequipa an. Ein tolles Wochenende, aber mein Körper sagte mir ganz deutlich, dass er jetzt gern ein bisschen Ruhe hätte und müde sei! J

Rachel und ich fuhren weiter nach Nasca, das mitten in der Wüste liegt, wo es nahezu niemals regnet und sehr warm ist! Hier wollten wir uns die berühmten Nasca Linien anschauen. Die Linien faszinieren mich seit ich davon zum ersten Mal gehört habe und waren ein absolutes Highlight für mich auf dieser Reise!! Sie sind allerdings so riesig groß, dass man sie nur richtig aus der Luft anschauen kann. Wir entspannten erst mal ein wenig nach dem Nachtbus (sehr bequem, hatten beide je 2 Sitze für uns! Aber trotzdem ist das immer ein bisschen anstrengend, da man nicht so wirklich tief schläft.) und erkundeten die Lage. Schon bald hatten wir das beste Preis-Leistungs-Angebot gefunden und beschlossen, den Flug über die Nasca am nächsten Tag (Dienstag, 24.4.) morgens zu machen, da morgens weniger Turbulenzen sind. Noch am gleichen Tag besuchten wir jedoch den Friedhof von Chauchilla. Dies ist eine archäologische Ausgrabungsstätte, die erst vor rund 20 Jahren entdeckt wurde. Ein riesiges Areal bedeckt mit Knochen, Haar- und Kleiderfetzen, Scherben etc. wurde gefunden. Mitten in der Wüste lagen auch einige prima erhaltene Mumien rum... Dieses Chaos war das Resultat von Grabräubern! Die Mumien stammen aus der Zeit der Nascas und der Huari, zwei Pre-Inka Kulturen (rund 200 v.Chr. bis 900 n.Chr.). Jetzt kann man auf dem Friedhof sehr ordentlich ausgestellte Mumien, Schädel, Knochen etc. sehen. Unser Guide war cool, er erklärte viel und beantwortete geduldig alle meine neugierigen Fragen! J Echt eine beeindrucktende archäologische Stätte!

Abends besuchten wir das Planetarium, um mehr über die Nasca Linien zu lernen. Dort trafen wir mal wieder zufällig Liane! *grins* Die Nasca Linien sind nach wie vor ein großes Mysterium!! Maria Reiche, eine deutsche Mathematikerin, studierte ihr Leben lang die Linien und fand vieles darüber heraus. Doch es ist nach wie vor nicht eindeutig geklärt, welchem Zweck die Linien, geometrischen Figuren und Zeichnungen dienten. Doch es war spannend, mal die verschiedenen Theorien zu hören und Erklärungen darüber zu bekommen, was wir am nächsten Tag sehen würden. Liane hatte den Flug bereits hinter sich, empfahl ihn jedoch nicht weiter, da ihr voll schlecht geworden war. Wir frühstückten also am nächsten Tag nix – zur Vorbeugung! J Doch alles was ich hatte, waren Schmetterlinge im Bauch vor Aufregung, nicht weil mir übel war! J In einem klitzekleinen Flugzeug mit fünf Pasagieren und zwei netten Piloten flogen wir über eine halbe Stunde herum – links rum und rechts rum bei jeder Zeichnung, damit jeder die Figuren gut sehen konnte: Hund, Wal, Baum, Papagei, Kolibri, Condor, Austronaut, perfekte Dreiecke, sternförmig zusammenlaufende Linien und vieles mehr!! Ich war begeistert und freute mich wie ein Honigkuchenpferd, dass ich dieses kulturelle Highlight in Peru hatte sehen dürfen!!! Ich würde den Flug jederzeit weiterempfehlen – im Zweifel einfach Reisekrankheitstabletten vorher nehmen, dann wird das Erlebnis auch mit Sicherheit toll! J


PS: Ich wünsche allen Mamas und vor allem meiner eigenen und meinen Omas einen wunderschönen Muttertag!!

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