Mittwoch, 16. Mai 2012

Entspannung pur an der Küste Perus


Es war höchste Zeit, endlich an die Küste zu kommen und ein wenig zu entspannen, nach so vielen kulturellen Eindrücken und körperlicher Betätigung! J Wir starteten damit in Ica, bzw. in Huacachina, einer herrlichen Oase inmitten von Sanddünen, die auf dem Weg von Nasca ans Meer liegt. In einem total netten Hostel (Desert Nights) quartierten Rachel und ich uns für 2 Nächte ein. Die Sonnenuntergänge vom „Gipfel“ der Sanddüne waren hinreißend und wir saßen gemütlich mit unserem Sundowner im Sand und freuten uns unseres Lebens!! J Ich war auch ganz begeistert, dass in jeder einzelnen Bar um die Oase rum die Champions League Spiele gezeigt wurden. Ausschlafen, Essen, Sonnen, Fußball schauen, Sundowner auf der Düne... gut, oder? J Für den Nachmittag des FCB Spiels hatte ich jedoch um 16 Uhr eine Tour gebucht mit dem Sandbuggie über die Dünen zu fetzen und Sandboarden zu gehen. Ich war fest davon überzeugt, dass das Spiel bis dahin aus sein müsste. Doch kurz vor Ende der Verlängerung wurde ich vom Fernseher weg geholt... *argh* Geschlagene 2 ½ Stunden versuchte unser Guide mich davon zu überzeugen, dass Bayern verloren hatte! *lol* Doch ich glaubte ihm nicht – und behielt recht! *juhu* Der Ausflug in die Wüste war cool, das Sandboarden (auf dem Bauch liegend auf einem Snowboard die steile Seite der Düne runtersausen) war zwar einigermaßen halsbrecherisch, aber saulustig!! J Und unser Fahrer war klasse mit dem Sandbuggie und wir flogen nur so über die Dünen!! J

Unser weiterer Weg führte uns nach Pacaras, nahe Pisco, an der Südküste Perus. Dort machten wir eine Tour zu „Poor Man’s Galapagos“, einige Inseln, die für ihren Tierreichtum bekannt sind. Die Bootstour war etwas enttäuschend, denn der Name der Insel ist etwas übertrieben, ich hatte mir mehr erhofft... Wir sahen zwar Delfine, Seelöwen und unendlich viele Vögel, unvorstellbar viele sogar, aber es waren sehr viele Boote mit sehr vielen Menschen unterwegs, wir hatten lärmende Israelis an Bord, die Erklärungen des Guides waren dürftig, und nach gut 2 Stunden war der Spaß vorbei. Naja, war auch nicht so schlimm, war nicht so teuer gewesen! ;-)

Eine wahre Bus-Odyssee brachte Rachel und mich von Paracas über Pisco nach Lima und von dort ohne längeren Aufenthalt direkt weiter mit dem Nachtbus nach Huaraz! Ja, wir wollten eigentlich ans Meer, aber Huaraz musste mit auf unserer Route liegen und war einen Abstecher in die Berge wert!! Dieser Ort liegt inmitten von den malerischsten und schönsten Bergen, die man sich nur vorstellen kann. Der hübsche Berg, den man von „Paramount Pictures“ kennt, ist von der Stadt aus gut sichtbar. Und rundrum sieht man riesige, schneebedeckte Gletscher, schroffe Felsen und traumhafte Täler! Das Wetter war toll und wir machten eine wunderbare lange Wanderung zur „Laguna 69“ – beworben als der schönste Bergsee der Welt. Und dieses Versprechen konnte die Lagune auch halten: tiefblau, so eine Farbe hab ich noch nie gesehen, direkt unter einem Gletscher auf 3800m Höhe! Ich war hingerissen und völlig begeistert von der Schönheit der Landschaft! Und was mich am meisten freute: selbst nach 4 Monaten Reisen durch Südamerika und dem Besuch von vielen bezaubernden Orten, bin ich immer noch begeisterungsfähig und lasse mich gerne beeindrucken! J Ein weiterer Pluspunkt an diesem Tag: wir waren mit 2 total netten Israelis unterwegs, mit denen wir uns super unterhielten und die sehr hilfsbereit und freundlich waren!

Nach dieser Wanderung beschloss mein Körper jedoch endgültig zu signalisieren, dass er müde sei und eine Pause will. Und Rachel wollte ohnehin endlich an den Strand und in die Sonne, um braungebrannt nach Hause zu kommen! J Also fuhren wir wie geplant nach Trujillo an der nördlichen Küste von Peru und von dort direkt nach Huanchaco, ein kleiner Ort direkt am Meer. Wir checkten in einem netten Hostel ein, das direkt am Strand lag. Für die kommenden 2 Tage gab es erst mal nix anderes außer Hängematte, Strand, Lesen und gutes Essen (Seafood!!). Das tat gut! J Wir lernten ein paar nette Leute im Hostel kennen, aber außer einigen Surfern und aufdringlichen Einheimischen war im Ort wenig los. Aus unserer geplanten Party-Nacht wurde also leider nix. Doch das machte nix, wir waren ganz entspannt und genossen die Sonnenuntergänge am Strand und die Ruhe! Morgens wachte ich mit Meeresrauschen und Vogelgezwitscher in den Ohren auf – was wünscht man sich mehr? J

Von Huanchaco aus besuchten Rachel und ich gemeinsam mit Zan, einer total lieben Canadierin (mit der ich später noch einige Tage unterwegs war) und Kim, einer sehr alternativen New Yorkerin, zwei großartige Ausgrabungsstätten: „Chan Chan“ und den „Tempel des Mondes“. Beide Stätten sind von Pre-Inka Kulturen und mehr als 1000 Jahre alt. In Chan Chan hatten wir einen total netten älteren Herren als Guide, der uns viel erklärte und die alte Stadt mit Leben erfüllte. Er spielte an der geheiligten Oase in den Ruinen Flöte für uns, um uns die Atmosphäre des Ortes näher zu bringen – wirklich magisch! Die Ruinen sind voller alter Gravuren von Fischen, Pelikanen und Ähnliches, außerdem fand man viele Keramik-Arbeiten. So kann man vieles der alten Kultur rekonstruieren, obwohl sie aufgrund der kriegerischen Inkas untergegangen ist und dann aufgrund der Spanier alle Spuren verloren gingen.

Der Tempel des Mondes auf der anderen Seite von Trujillo liegt etwas abseits von der Küste. Direkt daneben ist der Tempel der Sonne, der aber nicht für die Öffentlichkeit zugänglich ist, da dies eine aktuelle Ausgrabungsstätte ist. Von ausländischen Geldern finanziert ist dies momentan einer der größten Ausgrabungsorte Perus mit vielen Archäologen aus aller Welt in Kooperation mit den Peruanern. Die Tour war spannend und der Tempel absolut einzigartig!! Ich war völlig überrascht und fand diesen Ort fast faszinierender als Machu Picchu... J 5 Tempel liegen hier übereinander – jedesmal wenn eine Generation beschloss, einen neuen zu bauen, wurde der alte mit Opfergaben bestückt und versiegelt. Deshalb wurden richtig viele intakte Vasen und andere Keramik gefunden, sowie Schmuckstücke und Gräber, die man in einem nahegelegenen Museum bestaunen kann. Es wurden damals auch Menschenopfer dargebracht: junge Männer zwischen 18 und 35 kämpften gegeneinander und der Sieger wurde dann geopfert – das war eine Ehre! Über 80 Skelette wurden bisher gefunden! Der Tempel ist übersät mit Malereien in den originalen Farben – ganze Wände sind voll mit Bildern von Tieren, Göttern, kulturellen Zeremonien, etc.! Und eine gesamte 7stufige Außenwand, die bestimmt über 20 Meter hoch ist und die freigelegt wurde, ist kunterbunt bemalt!! WOW!! J

Nach 5 Tagen in Huanchaco nahte der Abschied von Rachel. Sie flog am 5. Mai von Lima nach Schottland, und so verabschiedeten wir uns am 3. Mai in Trujillo! Ich war wirklich traurig, denn in Rachel hatte ich eine total nette, unkomplizierte und lustige Reisebegleitung gefunden, die für jeden Spaß zu haben war, mit der ich jedoch auch auf langen Busfahrten und Wanderungen tiefgründige Gespräche führen konnte! Es waren tolle Wochen mit ihr, die ich sehr genossen habe! Ich freue mich, so eine liebe Freundin hier in Südamerika gefunden zu haben und bin mir sicher, dass ich sie irgendwann in nicht allzu ferner Zukunft besuchen werde!! J Europa ist ja Gottseidank kleiner als dieser Kontinent hier! J Gemeinsam mit Zan stieg ich in den Nachtbus gen Norden nach Máncora, eine Party- Beach-Town voller Surfer und Backpacker, während Rachel nach Lima fuhr.

In Máncora waren der Strand weiß, das Meer warm und die Leute aufgeschlossen und nett. Unser Hostel (Kokopelli) war eine Oase der Fröhlichkeit und hatte sogar einen Pool! J Zan und ich bekamen gleich Frühstück an dem Morgen, an dem wir ankamen und fühlten uns direkt wohl! Das Internet im Hostel war super, also konnte ich auch mit zuhause Skypen! Schnell fand sich eine nette Gruppe von Leuten zusammen, mit denen wir die kommenden 2 Tage verbrachten: 3 Engländer, 2 Kiwis, Zan und ich! Baden, sonnen, ratschen, Surfern zuschauen – so sah mein perfekter Strand-Tag aus! J Abends war leider Stromausfall in der ganzen Stadt – wir gingen in ein peruanisches Thai-Lokal (sehr lecker!) und danach feierten wir am Strand, da alle Bars aufgrund des Stromausfalls geschlossen hatten! J

Surfen ging ich nicht, auch wenn die 2 Jungs aus Neuseeland mir anboten, es mir zu zeigen und mit mir zu üben. Seit ich damals in Australien den Unfall hatte, ist mir dieser Sport nicht mehr so geheuer... *grins* Stattdessen gingen Zan und ich am Strand reiten – natürlich ganz kitschig: im Bikini im Sonnenuntergang!! Und dann am nächsten Vormittag gingen wir gleich nochmal, weil es so schön war, denn wir wollten etwas weiter den Strand runter. Nur leider rieb der Sattel recht stark an meinem Bein, was ich lange nicht so richtig bemerkte, und natürlich hatte ich keine lange Hose an... das Resultat: eine recht große Wunde, vergleichbar mit einer Brandwunde, die die letzten 10 Tage immer wieder zu nässen anfing... baden war damit gestrichen und Sandstrand auch. Mit Hilfe von Krissi’s großartigem Erste-Hilfe-Koffer, den ich zu Weihnachten von ihr bekommen hatte, versorgte ich sorgfältig jeden Tag die Wunde und inzwischen sieht sie schon viel besser aus! Aber eine Narbe wird wohl als Souvenir vom romantischen Ritt am Strand von Máncora bleiben! J

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