Sonntag, 12. Februar 2012

Feuerland & Ushuaia – das „Ende der Welt“

Unsere Reise nach Ushuaia, der südlichsten Stadt der Welt, gestaltete sich tatsächlich als eine wahre Odyssee, die uns das wirkliche Gefühl gab, ans Ende der Welt zu fahren! Wir blieben eine Nacht in Rio Gallegos um dann morgens in den nächsten Bus nach Ushuaia zu steigen. Nach 1 ½ Stunden Fahrt blieb der Bus zum ersten Mal stehen. Hunderte von Autos, einige LKWs und Busse warteten an der chilenischen Grenze... wir reihten uns also ein und ließen unser Gepäck brav nach Obst, Gemüse und Fleisch durchsuchen – da sind die irgendwie recht panisch beim Zoll in Chile. Unsere Äpfel und Pfirsiche hatten wir noch schnell in uns hineingestopft!! :-) Nach rund 3 Stunden ging es dann endlich weiter. Doch wiederum fuhren wir nur rund eine Stunde bis zum nächsten Stopp. Diesmal standen wir für knapp 2 Stunden an der Magallanstraße. Es war soooo windig, dass die Fähren nicht fahren konnten und wir abwarten mussten, bis der Wind weniger wurde. Endlich war es dann soweit und dann ging doch alles sehr fix. Die scheinen das dort gewöhnt zu sein. An Bord durften wir auch aussteigen für die halbe Stunde, die die Überfahrt dauert. Wir sahen einen Delfin im Wasser hüpfen, doch ansonsten war das eher eine sehr schaukelige Angelegenheit... :-) Es ging weiter auf Schotterpisten durch den chilenischen Teil von Feuerland (Tierra del Fuego). Die Landschaft wurde zwar nach und nach etwas hügeliger, doch die Vegetation war unverändert: viel Graslandschaft, gelegentlich Büsche, keine Bäume – und immer ein starker Wind. Man sah einige Schafe und Kühe, doch sonst weit und breit NICHTS! Aber das kannten wir ja schon von den vorherigen Busfahrten... *grins* Nach ein paar Stunden kam der nächste Stopp an der nächsten Grenze, wieder zurück rein nach Argentinien – wieder Warten!

Es wurde so langsam dunkel und es ließ sich abschätzen, dass wir rund 4 Stunden Verspätung haben könnten... Unsere Ankunft in Ushuaia sollte also spät werden. Ich setzte mich nach vorne in die erste Reihe, da man dort Aussicht hat und ein Platz frei war und unterhielt mich für den Rest der Fahrt, die immer noch rund 5 Stunden dauerte, blendend mit der Canadierin, die neben mir saß. :-) Nachts um halb 2 (statt um 21 Uhr) kamen wir endlich an. Wir marschierten schnurstracks zu unserem Hostel, das wir in weiser Voraussicht reserviert hatten. Nur leider war der Hostelmanager nicht ganz so freundlich und meinte, wer so spät ankäme solle nicht erwarten, dass die Betten weiterhin frei seien, er hätte sie nun anderweitig vergeben, wir sollten schauen, wo wir bleiben, er sei ausgebucht. Na toll... so ein Depp!! Wir schimpften vor uns hin und gingen weiter. Ich bewunderte noch den grandiosen Sternenhimmel mit dem Kreuz des Südens, als wir vorm nächstbesten Hostel standen: „Cruz del Sur“!! Und prompt bekamen wir dort noch mitten in der Nacht ein Zimmer! :-) Wir freuten uns, dass unsere Odyssee hier endete und gingen erleichtert schlafen!

Am nächsten Morgen erwartete uns ein bisschen Nieselregen und nass-kaltes Wetter. Doch wir ließen uns nicht entmutigen und machten uns trotzdem auf eine Wandertour zur „Laguna Esmeralda“.Wir wurden belohnt: das Wetter wurde immer besser, der Himmel klarte auf und irgendwann marschierten wir unter strahlend blauem Himmel den Berg hinauf! Die Aussicht war fantastisch: der See strahlte in türkis-grün, oben drüber sah man den Gletscher am Berg und unten drunter lagen das Moor und die Wälder in der Ebene. TRAUMHAFT!!! :-) Wir gingen auch noch ein Stück weiter rauf Richtung Gletscher, doch da wurde es irgendwann zu steil und die Felsen zu rutschig. Insgesamt waren wir an diesem Tag rund 6 Stunden wandern, ein guter Auftakt für weitere Touren in dieser Gegend!! Und bereits jetzt bin ich dem Hendrik sehr dankbar dafür, dass er mich überredet hat, doch meine Wanderschuhe mitzunehmen... :-)

Am zweiten Tag in Ushuaia hatte Kim Geburtstag, was wir natürlich mit Kuchen und Kerze zum Frühstück erst mal feierten! Leider schneite und regnete es draußen, weshalb wir ein wenig abwarteten... Doch dann klarte es auf und wir holten wir uns erstmal beim Postamt den Stempel in unsere Pässe. Die sind nämlich offiziell befugt einen „Ende der Welt“-Stempel in Pässe zu stempeln! :-) Im Touristen-Office gab es dann noch mehr davon, die dürfen das anscheinend auch. Wir schlenderten ein wenig durch die Stadt, die eine kunterbunte Mischung aus Backpackern mit kleinem Budget, Antarktis-Kreuzfahrern und Natur-Freaks beherbergt, und warteten darauf, dass es aufklarte. Und tatsächlich, gegen Mittag schien die Sonne! Wir starteten also Richtung Gletscher „Glaciar Martial“, der direkt auf dem Berg hinter der Stadt ist. Die Seilbahn sparten wir uns und gingen lieber zu Fuß rauf! Da hatten wir auch mehr davon, da die Seilbahn einem nur knapp 1/3 des Weges erspart. Das Steilstück muss man dann schon noch selber gehen! *grins* Also marschierten wir fröhlich den Berg hinauf, fasziniert von der Aussicht, die man hatte, je höher man rauf kam! Irgendwann konnten wir die ganze Bucht sehen: wie Ushuaia sich an die Berghänge schmiegt, im Hafen die Container-, Kreuzfahrt- und Expeditionsschiffe, und im Hintergrund schneebedeckte Berge. Die Luft war ganz klar und der Aufstieg hatte sich gelohnt, denn der Blick war wirklich grandios!! Beim Abstieg gönnten wir uns in einer sehr urigen, gemütlichen, argentinischen Berghütte eine heiße Schokolade – eine perfekte Wanderung, ganz nach meinem Geschmack! :-)

Abends machten wir noch einen hübschen Spaziergang am Meer entlang, der Sonnenuntergang (um kurz nach 10) war zwar nicht so speziell, aber trotzdem war das ein schöner Abschluss von zwei tollenTagen am „Ende der Welt“. Am nächsten Tag sollte es nämlich schon wieder losgehen Richtung Norden... schade, mir hat Feuerland sehr gut gefallen und ich wär gern länger geblieben!! Aber leider ists recht teuer da unten und wir müssen ja im März in Bolivien sein, damit Kim ihren Heimflug kriegt und Liane ihre Klausur schreiben kann. Also: on the road again!!

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