Die Busfahrt am Dienstag, den 7.2. von Ushuaia zurück nach Rio Gallegos verlief erstaunlicherweise ohne Zwischenfälle und ohne längere Wartezeiten oder Verspätungen. Auf der Fähre hatten wir sogar total Glück, denn wir sahen viele Delfine im Wasser springen und zwar die schwarz-weißen Magallan-Delfine, die es nur hier gibt!! J Die Natur in Patagonien meint es echt gut mit uns, wir haben totales Glück mit dem Wetter und mit den vielen Tieren, die sich so zeigen! Ich freu mich drüber und genieß es!! J
Nach ein paar Stunden Aufenthalt in Rio Gallegos gings direkt weiter nach El Calafate. Ich war froh, als wir endlich da waren, mir reichts jetzt erst mal mit langen Busfahrten... es werden bestimmt noch einige kommen in den nächsten Wochen, doch vor uns lagen zunächst ein paar Tage mit atemberaubender Natur! Gleich am Mittwoch fuhren wir zum „Perito Moreno“, einem RIESIGEN Gletscher. Die stolzen Maße: 60m hoch, 5 km breit, 35 km lang!!! Ich war sprachlos, denn so einen großen Gletscher hatte ich noch nie in meinem Leben gesehen!! Er strahlte in zartem Blau, leuchtete regelrecht und es war einfach wunderschön! Dieser Gletscher knarzt und knackt dauerhaft und liegt obendrein noch direkt an einem See und immer wieder fallen größere und kleinere Eisbrocken ins Wasser und machen ordentlich Lärm und veranstalten ein tolles Spektakel! J Die Zacken, Schluchten, Eisschichten – all das kann man stundenlang von einer nahen Halbinsel aus sicherer Entfernung anschauen, ohne dass es langweilig wird!! Wir verbrachten 4 Stunden damit, dort rumzulaufen, das Eis aus jeder erdenklichen Perspektive zu fotographieren und auf größere Abbrüche zu warten. Ein klasse Nachmittag!! J Die Natur hier in Patagonien fasziniert mich von Tag zu Tag mehr, mir gefällts hier richtig gut!! Diese Mischung von Ebenen und Bergen, endlosen Weiten und Seen, Sonne und starkem Wind – das alles ist wirklich einzigartig und absolut faszinierend!!
In El Calafate gibt es leider außer dem Gletscher wenig zu sehen, also starteten wir direkt am nächsten Tag in das nahe El Chaltén, ein sehr kleiner, verschlafener Ort mitten in den Bergen und das Mekka für Wanderer, Abenteurer und natur-affine Reisende. Von hier aus kann man unter anderem den „Cerro Torre“ (3102m) und den „Fitz Roy“ (3405m) sehen und viele Wanderungen machen! Lustigerweise trafen wir hier in der Gegend unglaublich viele Deutsche, Schweitzer und Österreicher, mehr als in anderen Teilen Argentiniens bisher... J
Unser erster Tag hier war leider etwas bewölkt und regnerisch, also gingen wir erst ins Nationalparkzentrum und machten dann trotzdem zwei kleinere Touren, die jeweils 2-3 Stunden dauerten. Die erste ging zu einem Aussichtspunkt, wo man einen herrlichen Blick hatte über einen riesigen See, eine Ebene soweit das Auge reicht und seitlich die Berge mit vielen Gesteinsschichten, an denen ein Geologe seine wahre Freude gehabt hätte. Von uns hat leider keiner Ahnung davon, also genossen wir nur die Aussicht! J Unsere zweite Tour an dem Tag ging zu einem Wasserfall, der sehr malerisch in einem kleinen Tal lag! Nur leider war es sooooo windig, dass man sich gegen den Wind anlehnen konnte, ohne dass man umfiel. Die Strecke war also doppelt so anstrengend zu laufen und wir waren fix und fertig! Gottseidank nahm uns für das letzte Stück entlang der Straße ein junges Paar aus Buenos Aires in ihrem Auto mit und brachte uns bis zu unserem Hostel! Voll freundlich!! Abends kochten wir uns im Hostel Nudeln und zum Nachtisch: Schokopudding!! *juhu*
Freitag und Samstag machten wir dann zwei größere Wandertouren mit deutlich mehr Wetterglück. Die erste Wanderung führte uns zum Lago (=See) Torre, der am Fuß des „Cerro Torre“ liegt. In ihn mündet der Gletscher Grande, der sich das gesamte Bergmassiv entlang zieht – ein faszinierender Anblick, der See mit dem Gletscher und dem Felsenmassiv dahinter! Die Wanderung dauerte insgesamt 9 Stunden und es war eine richtig tolle Tour! Klar, es war anstrengend und ging teilweise ganz gut steil hoch und runter, und abends taten uns die Füße weh. Doch es hat sich gelohnt, die Landschaft dort ist einfach grandios!! Ein Picknick am See krönte unsere Tour, und am höchsten Punkt relaxten wir ein Weilchen in der Sonne, denn trotz morgendlichen Nieselregens hatten sich mit jedem Schritt, den wir uns dem Gipfel näherten, die Wolken verzogen, bis sich das ganze Bergmassiv wolkenfrei in seiner vollen Schönheit präsentierte! J Wahre Wetterhexen sind wir, so viel Glück wie wir haben!! *hihi*
Am Samstag machten wir dann die Tour zum Fitz Roy. Wieder hatten wir strahlenden Sonnenschein, nur leider umzogen den Gipfel den ganzen Tag einige Wolken. Das tat der Schönheit der Landschaft jedoch keinen Abbruch! Wir marschierten wieder fröhlich durch die Gegend und genossen die immer wechselnde Aussicht, die sich von den verschiedenen Aussichtspunkten bot! Aufgrund von müden Beinen und leichten Knieproblemen meinerseits entschieden wir uns jedoch gegen das letzte Steilstück, in dem man 400 Höhenmeter auf rund 1 ½ km machen muss... und der Weg zu einem alternativen Viewpoint war leider zu schlecht ausgeschildert, weshalb wir uns irgendwann in einem Moor ohne Weg wiederfanden und umdrehten... Satz mit „X“? – War wohl niX! *grins* Das tat meiner guten Laune jedoch keinen Abbruch, denn schöne Landschaft hat man auf der ganzen Tour um sich herum, egal ob man bis zum letzten Aussichtspunkt geht oder nicht! *basta* Nach rund 8 Stunden waren wir wieder im Ort, genehmigten uns ein Bier, spielten ein wenig Karten in der Sonne und warteten auf den Bus zurück nach El Calafate. Morgen gehts nämlich weiter nach Chile!! J
Die beiden beschriebenen Wanderungen kann man übrigens auch kombinieren und da eine Zwei-Tages-Tour draus machen, wobei man in den Bergen zeltet. Es gibt auch andere Wanderwege, die mehrere Tage in Anspruch nehmen und die sicher super sind. Doch dafür braucht man Camping Equipment (Zelten auf den Campingplätzen ist im Nationalpark kostenlos!) und das haben wir leider nicht dabei. Auf die Gipfel kommt man allerdings eh nur mit krasser Gletscher- und Kletter-Ausrüstung, die wurden auch noch nicht so oft bestiegen... Wir waren also happy mit unseren Tagestouren und einem gemütlichen Bett und einer warmen Dusche am Abend! J
Lustiger Fakt zum Schluss: im Bus zurück von El Chaltén nach El Calafate ist es verboten die Schuhe auszuziehen – kein Wunder, wenn nur Wanderer, die teilweise tagelang unterwegs waren da drin sitzen!! J
PS: Musste wieder mal zwei Blogs auf einmal online stellen, da wir in El Chaltén natürlich kein Internet hatten, erst jetzt wieder in El Calafate. Morgen gehts nach Puerto Natales, Chile!
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