Leider funktionierte das Internet nicht in Puetro Madryn, die ganze Stadt ist vom Telefonnetz abgeschlossen. Also muss ich beide Blogs (Buenos Aires und Puerto Madryn) zur gleichen Zeit posten, vom Ende der Welt... :-) Naja fast, ich sitze gerade in Rio Gallegos, die letzte größere Stadt bevor es morgen früh runter nach Feuerland und somit nach Ushuaia ans "Ende der Welt" geht.
Wir fuhren letzten Samstag mit dem Nachtbus nach Puerto Madryn, mitten in Patagonien. Um uns herum war auf der Busfahrt weit und breit NICHTS. Nur flache Landschaft, trockenes Feld, keine Bäume, nur Büsche. Hin und wieder sah man Pferde, Kühe oder Schafe. Doch sonst ist da einfach weit und breits nix. Mich erinnerten diese endlosen Weiten an Namibia – nur ein wenig grüner war es. :-) Doch mich überkam das gleiche Gefühl von Freiheit und Erfurcht vor so viel grenzenloser Natur wie ich es aus Afrika kenne!! Nach rund 20 Stunden Busfahrt mit recht bequemen Sitzen und Essens- und Getränke-Service kamen wir also am Sonntag in diesem kleinen Küstenort an. Wir fanden direkt ein Hostel namens „Dont worry, be happy“. Leider wurden wir nach und nach immer unzufriedener in diesem Haus... die Leute waren mehr als seltsam und auch sehr unfreundlich, es war alles andere als sauber und das Internet funktionierte nicht - erst nur nicht im Hostel, dann in der ganzen Stadt. *lol* Nachdem wir das alles mal anmerkten (jaaaa, mein Spanisch wird besser!!) bekamen wir einen Rabatt von 1 Euro pro Person pro Nacht... immerhin. Doch in guter Erinnerung behalte ich das trotzdem nicht unbedingt...
Gleich am ersten Tag lernten wir Michi und Andy kennen, zwei nette Jungs aus München, die auch durch Südamerika reisen. Wir taten uns zusammen und mieteten ein Auto für zwei Tage damit wir unabhängig die Gegend hier erkunden konnten. Am Montag fuhren wir nach Punta Tombo, eine riesige Pinguinkolonie, angeblich die größte außerhalb der Antarktis. Dort leben rund 1 Million Magellan Pinguine und ziehen ihre Jungen auf, bevor sie ihre Weiterreise antreten in andere Gegenden. Wir hatten Glück, es war genau die richtige Zeit um da sein und wir sahen Unmengen von großen und kleinen Pinguinen!! Soooo cool!! :-)
Am zweiten Tag mit dem Auto fuhren wir auf die Pensinsula Valdés, ein Nationalpark der wie ein natürlicher Zoo wirkt. Die Halbinsel ist ca. so groß wie Mallorca, also fuhren wir recht weite Strecken über die Schotterpisten um von einem Look-Out zum nächsten zu kommen. Die Landschaft blieb eintönig, doch auf der Strecke konnten wir so einiges an Tieren beobachten: wir sahen unzählige Guanakos (wilde Lamas), zwei Gürteltiere (selten zu sehen, da nachtaktiv!!), einige Nandús (große Laufvögel, ähnlich wie Emus oder Strauße), Maras (Hasen), irgendwelche kleinen Nagertierchen (weiß leider nicht mehr wie die heißen) und Magellan-Füchse mit Jungen. Am Meer konnten wir dann eine große Kolonie von Seelöwen bestaunen und den Kämpfen zwischen den riesigen Seelöwenbullen zuschauen, die sich um ihre Frauen prügeln. Die Harems-Besitzer können noch nicht mal ins Wasser gehen, weil sie Angst haben, dass dann ein jüngerer Bulle kommt und die Damen in der Zwischenzeit begattet!! *grins* Es gab auch wieder Pinguine zu sehen, sowie See-Elefanten. Da waren allerdings nur die Jungtiere anwesend, die Alten sind grad in der Antarktis beim Fressen. Wie gesagt, die Halbinsel ist ein natürlicher Zoo mit vielen Habitaten für die verschiedensten Tierarten, die sich auch nicht in die Queere kommen. Mir hats total gut gefallen, es war herrlich so viel Natur bestaunen zu können. Am Ende des Tages waren wir dann noch bei einem hübschen Strand mit vielen versteinerten Muscheln und ließen den Tag gemütlich ausklingen.
Das absolute Highlight unserer Tage in Puerto Madryn kam jedoch am Mittwoch! Wir gingen mit Seelöwen Tauchen!! :-) Der Trip kostete ein Wahnsinns-Geld, doch diesen Kindheitstraum wollte ich mir erfüllen – Kim (schnorchelnderweise) und Liane waren auch mit am Start! Mit guter Tauchausrüstung und netten Guides starteten wir nach Punta Loma, eine kleine Seelöwen-Kolonie südlich von P. Madryn. Es herrschen dort strikte Regeln, wie viele Menschen am Tag und wie viele gleichzeitig dort sein dürfen. Wir waren also nur mit einer kleinen Gruppe von 9 Leuten, davon nur Liane und ich als Taucher, im Wasser. Die Seelöwen waren extrem verspielt und neugierig, sie kamen angeschwommen und ganz nah an uns heran. Die knabberten nach einer Weile erst an unseren Flossen, dann an unseren Armen und Händen und an der Kopfhaube!!! Wir schwommen mit ihnen herum, drehten uns und konnten sie so richtig streicheln. Sie waren wie Hunde im Wasser... :-) :-) Dies war einfach ein einzigartiges Erlebnis, ich kann es kaum in Worte fassen, wir absolut faszinierend das war. Ich war einfach soooo glücklich im Wasser – und auch noch Stunden danach!! Leider ging meine Unterwasserkamera dabei drauf, da sie irgendwo undicht war... naja, dumm gelaufen. Doch ihr Untergang bei dieser Aktion nach fast 3 Jahren Reisen war glorreich! :-)
So, und heute am Donnerstag den 2.2.2012 sitzen wir also ohne Internet hier rum, weil die ganze Stadt lahm liegt. Das an sich ist ja gar nicht schlimm, aber es funktionieren weder Bankautomaten noch die Schalter am Busbahnhof. Also konnten die unsere Reservierung für die Fahrt nach Ushuaia nicht abrufen... wir sitzen also auf dem Trockenen. Haben jetzt mit unserem (fast) letztem Bargeld einen Nachtbus nach Rio Gallegos gebucht, kommen dort morgen Mittag an und hoffen, dass wir dann weiterkommen irgendwohin, wo es toll ist! Es bleibt spannend!! :-)
PS: Wie gesagt, das wurde schon vor ein paar Tagen geschrieben. Wir sind jetzt in Rio Gallegos und haben schon unseren Bus nach Ushuaia für morgen (Samstag, 4.2.) gebucht! Dann gibts wieder news!! :-)
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