In den vergangenen Tagen war wieder mal viel los, also der Reihe nach. J Wir fuhren am Sonntag von El Calafate nach Chile, genauer gesagt nach Puerto Natales. Von dort sollte am Dienstag unsere „Navimag“ Fähre (http://www.navimag.com/sitio/es/patagonia/) starten, mit der wir 4 Tage rauf nach Puerto Montt fahren und so die Patagonischen Fjorde und einige Gletscher sehen können. Wir waren der Meinung, dass wir am Dienstag Vormittag aufs Schiff gehen, denn so stand es auf unserem Plan, den wir online gelesen hatten. Leider stellte sich jedoch heraus, dass wir da fehlinformiert waren... Boarding war doch schon Montag Abend, das Schiff fährt Dienstag morgens um 4 Uhr los. Check-In sollte also bereits den gesamten Montag stattfinden, bis 21 Uhr. Oh oh, das brachte unseren ganzen Plan durcheinander, denn wir wollten eigentlich am Montag zu dem hochgelobten Nationalpark „Torres del Paine“ fahren und dort in der grandiosen Landschaft eine Tagestour machen und wandern. Nach längerem Hin- und Herüberlegen, sowie einigen Problemen mit den örtlichen Geldautomaten (long story short: 4 Banken, 6 verschiedene Geldautomaten, 5 Stunden Herumgerenne und am Ende hatten wir doch ein paar tausend chilenische Pesos in der Tasche) entschieden wir uns für die zeitlich einzig realisierbare Option: eine Tour im Minibus zu den größten Sehenswürdigkeiten im Nationalpark. Abends feierten wir noch Kim’s Geburtstag nach, denn wir hatten ihr ein Pizzaessen geschenkt und hier gabs eine spitzen Pizzeria! Es war köstlich und wir hatten einen tollen Abend!!
Montag Früh gings los Richtung „Torres del Paine“ – in einem recht vollen Minibus mit 12 Personen und einem, naja sagen wir wenig engagiertem Fahrer. Der Ausflug war trotzdem schön! Unser erster Stopp galt der Höhle des „Milodon“, ein über 2 Meter großes Faultier, das vor ein paar tausend Jahren gelebt hat (zu Zeiten von Säbelzahntigern und Höhlen-Menschen) und jetzt ausgestorben ist. Allerdings hat man anfang des 20. Jahrhunderts in dieser riesigen Höhle eine perfekt erhaltene Milodon-Haut gefunden und ein paar Knochen, sowie etliche andere Fundstücke von damals. Ein sehr spannender historischer Ort also, der auch uns beeindruckte! Das Milodon wurde umgehend zu unserem persönlichen „Maskottchen“ und ist seitdem unser ständiger Begleiter durch Chile... *grins* Weiter gings zum Nationalparkeingang, jedoch dauerhaft mit bedecktem Himmel. Es regnete und stürmte und wir waren sehr froh an diesem Tag nicht wandern zu gehen, sondern im trockenen Auto zu sitzen, wo jedoch eine alte, sehr unhöfliche Schrulle aus USA dauerhaft auf Air-Condition bestand, da sie behauptete sonst nicht atmen zu können. War also etwas kalt... aber was solls? ;-)
Als wir am Eingang waren, hörte es kurzzeitig auf zu regnen und die Wolken gaben den Blick frei auf das zentrale Berg-Massiv. Die Landschaft war echt schön: die von Flüssen durchzogenen Ebenen, die türkisblauen Seen, überall Unmengen von Guanakos (= wilde Lamas) und dahinter die steilen Felsen-Türme. Ich war auch fasziniert von den riesigen Condoren, die hier durch die Lüfte fliegen (3m Flügelspannweite!!). Und wir bekamen sogar einen Grey Fox zu Gesicht, der gerade neben einer Guanako-Herde eines davon verspeiste, das wohl vom Puma gerissen worden war. Wir fuhren durch den Park, durften immer wieder aussteigen und herumlaufen und kleinere und größere Spaziergänge machen. Highlights waren unter anderem ein riesiger Gletscher und ein tosender Wasserfall! Auch unterwegs waren etliche Wanderer, auf manchen Wegen sah man trotz des Wetters die Menschen Rucksack an Rucksack... und leider bekamen wir auch auch viele verbrannte Bäume und abgebrannte Camps zu sehen. Aufgrund eines israelischen Wanderers, der sein Toilettenpapier verbrennen wollte ist in den vergangenen Monaten leider fast der halbe Park abgebrannt – schrecklich, es riecht an vielen Stellen verbrannt und es ist der absolute Horror, wie viel Natur hier kaputt gegangen ist, weil ein Mensch (der jetzt jedoch gerechterweise deshalb in Punta Arenas im Gefängnis sitzt) sich an die wichtigste Regel im Nationalpark nicht gehalten hat: kein Feuer machen!! Das macht mich richtig traurig und wütend, wie dämlich manche Menschen sind und so wertvolle Lebensräume zerstören!! Durch unterirdische Feuer ist auch das gesamte Wurzelwerk der Bäume dort verbrannt! Und früher gab es richtig viele Pumas im Torres del Paine – jetzt nach dem Feuer ist die Population deutlich geschrumpft. Und somit fehlt vielen anderen Tieren die Nahrungsgrundlage, die sich vom Aas der vom Puma gerissenen Guanakos ernähren. Echt tragisch, welche weitgreifenden Konsequenzen in Flora und Fauna dieses Feuer nun in den kommenden Jahren haben wird!! L
Zurück zu unserem Ausflug: Das Wetter blieb durchwachsen, einmal wurden wir auch ziemlich nass, als wir zu dem Wasserfall gingen und der Regen aufgrund des Windes waagerecht daherkam. *lol* Wir nahmen es mit Humor (frei nach dem Motto „Humor ist, wenn man trotzdem lacht“ J) und genossen trotz aller Widrigkeiten unseren Ausflug! Wir waren rechtzeitig zurück in Puerto Natales um einzuchecken für die Navimag Fähre. Das war total unkompliziert, wir holten uns noch eine heiße Schokolade und warteten bis zum Boarding, während unser Gepäck bereits in unsere Kabine gebracht wurde. Luxus für uns backpackende Reisende!! Doch dazu mehr im nächsten Blog!
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen