Mittwoch, 7. März 2012

San Pedro de Atacama – Abenteuer in der Wüste

San Pedro de Atacama liegt bereits auf stolzen 2440m. Also gingen wir es am ersten Tag ruhig an, damit wir uns ein bisschen an die Höhe gewöhnen konnten, bevor wir noch höher in die Hochebenen von Bolivien vordringen würden. Wir bummelten ein wenig durch das kleine Örtchen, das mitten in der trockensten Wüste der Welt liegt. Es ist sehr touristisch dort, da man einfach unglaublich viel unternehmen und sehen kann, und wieder mal einer der Orte, wo man viele Deutsche trifft. Echt witzig, wie sich das immer ballt und man an verschiedenen Orten verschiedene Nationalitäten vermehrt antrifft. :-) Wir fanden bald heraus, dass es zu viele Aktivitäten hier gibt, die wir spannend finden und gerne machen würden. Die Touren waren kein Schnäppchen, aber bezahlbar. Also sammelten wir erst mal viele Informationen und hielten dann „Kriegsrat“ um einen „Schlachtplan“ für die nächsten Tage zu entwerfen! :-) Innerhalb kürzester Zeit waren wir uns sehr einig, wo unsere Prioritäten liegen und in welcher Reihenfolge wir was tun würden. Prima!!

Noch am selben Nachmittag (Dienstag, 28.2.2012) gingen wir auf eine 4stündige Reittour ins „Valle de la Muerte“ (= Tal des Todes). Unser Tour-Guide war ein nettes Mädel aus Deutschland aus der Nähe von Göttingen, die gerade ein „Work and Travel“-Jahr in Chile macht. So klein ist die Welt! :-) Die Pferde waren super, keine Schulpferde, die einfach hinterher trotten, sondern richtig vernünftige Pferde. Als wir bei großen Sanddünen ankamen, verfielen wir in einen herrlichen Galopp, es war einfach traumhaft! So stellt man sich den perfekten Ausritt vor: Sanddünen, drum herum rote Felsformationen, schneebedeckte Berge im Hintergrund, strahlender Sonnenschein und nette Gesellschaft! :-) Bei den Sanddünen machten wir einen Stopp, da wir hier eine Stunde Sandboarden mit eingeplant hatten. Der Chef der Company brachte ein paar alte Snowboards und eine Menge Wachs, da man vor jeder Abfahrt die Düne runter das Board wieder neu wachsen muss. Es war unendlich anstrengend mehrfach die Düne raufzulaufen und auch die Abfahrten waren kein Zuckerschlecken! *lol* Vor allem ich als überzeugter Skifahrer war völlig unfähig auf dem Snowboard... *hehe* Ich kugelte bei jedem Versuch eine Kurve zu fahren ein Stück die Düne hinunter, bevor ich wieder auf die Füße kam. Kim und Liane stellten sich deutlich besser an, aber auch sie verbrachten viel Zeit im Sand! Man fragt sich, wie der Sandboard-Guide trotzdem so coole Fotos von uns allen hingekriegt hat! :-) Der Ritt zurück zur Ranch war wiederum ein Traum und wir waren alle drei absolut glücklich und zufrieden, sowie fix und fertig und sandig, als wir wieder im Hostel ankamen. Den Abend verbrachten wir damit, weitere Touren für die kommenden Tage zu buchen und gingen früh ins Bett! :-)

Am Mittwoch war der Vormittag erst mal ganz entspannt, wir skypten alle mit Zuhause, schrieben ein paar Emails etc. Nachmittags ging unsere Sightseeing-Tour los, erst mal zur „Laguna Cejar“, einem Salzsee der angeblich salziger ist als das Tote Meer. Dort darf man auch schwimmen gehen, was wir mit Begeisterung taten! In dem See kann man gar nicht richtig schwimmen, weil man so viel Auftrieb hat!! :-) Man floatet fröhlich umher, muss sich null anstrengen und treibt einfach von selber an der Oberfläche! Ein witziges Gefühl!! :-) Dazu hat man eine atemberaubende Aussicht: schneebedeckte Vulkane (alle inaktiv, außer einem) am gesamten Horizont, die sich im See spiegeln und um den See herum die Wüste! Absolut surreal und faszinierend!! Ich war mal wieder völlig begeistert! :-) Nur unser Tour-Guide war völlig daneben! Ein schmieriger, angefetteter Typ, der extra seinen Laden zugesperrt hatte um mit der Gruppe von 3 deutschen, 2 österreichischen und 4 holländischen Mädels an den See zum Schwimmen zu fahren! Er selbst sprang mit Begeisterung in weißen, halb durchsichtigen Speedo-Unterhosen ins Wasser, als wir alle drin waren und wollte mit uns plantschen. Widerwärtig! Ekelhaft! Ich konnte gar nicht glauben, wie unprofessionell man sich als Guide tatsächlich verhalten kann!!! Wir versuchten ihn weitestgehend zu ignorieren!! Nach dem Schwimmen ging es weiter wieder ins „Valle de la Muerte“, diesmal jedoch zu einem anderen Aussichtspunkt, wo man das ganze Tal überblicken konnte! Voll toll! Doch der Guide hatte sich – wohl aus großem Eigeninteresse – zeitlich zu lange mit uns beim See aufgehalten, weshalb wir megaspät dran waren für den Sonnenuntergang im „Valle de la Luna“ (= Mondtal). Wir hetzten dorthin und kamen gerade noch rechtzeitig für ein paar hübsche Fotos. Es war wirklich wunderschön dort und die Atmosphäre der untergehenden Sonne, die das Tal und die Vulkane in rosanes Licht tauchte, war absolut einzigartig. :-) Leider warf der Volltrottel von Tour-Guide meine Kamera in den Sand, als er ein Fotos machen sollte – ich hatte ihn noch gebeten die Schlaufe ums Handgelenk zu machen, was er nicht tat!! Ich flippte dezent aus, ihr könnt euch nicht vorstellen, wie stinksauer ich auf den Kerl war... Gottseidank war nix kaputt, man konnte den feinen Sand wegblasen und es waren keine sichtbaren Kratzer auf der Linse zu sehen. Da hatte er echt nochmal Glück gehabt, ich hätte ihm den Kragen umgedreht!!!

Wir wurden wieder zurück in die Stadt gebracht, aßen zu Abend und relaxten ein bisschen, denn um 23 Uhr begann unsere nächste Tour des Tages. Wir hatten einen Trip zu einem Observatorium gebucht, wo man mit starken Teleskopen die Sterne anschauen kann. Die Atacama Wüste gilt als einer der besten Plätze der Welt zum Sterne gucken, da der Himmel unendlich klar ist und man fast nie Wolken hat. Durch die hohe Lage sind weniger Sedimente in der Luft und man hat wirklich einen wunderbaren Blick auf die Himmelskörper. Deshalb wird hier aktuell auch das zweitgrößte Teleskop der Welt aufgebaut (das größte steht in der Schweiz) mit internationalen Mitteln und Forschern aus der ganzen Welt! Echt cool!! :-) Ein sehr netter Canadier erzählte uns viel über den Himmel, die Planeten, Sonne, Mond und Sterne sowie darüber, wie sich das Wissen der Menschheit über den Himmel über die Jahrhunderte und Jahrtausende verändert hatte, mit bedeutenden Persönlichkeiten wie beispielsweise Galileo! Er zeigte uns mit seinem megastarken Laser-Pointer verschiedene Sternbilder, die Tierkreiszeichen (der Zwilling war ganz toll zu sehen! :-)), machte deutlich wie wenig er von Astrologie und Horoskopen hielt *grins*, und versuchte zu erklären, wie viel ein Lichtjahr ist und wie weit das alles da draußen weg ist. Durch die Teleskope konnten wir soooo tolle Dinge sehen: Saturn (incl. dreier Monde, des Ringes und des Schattens vom Ring auf dem Planeten selbst!), Sirius (den hellsten Stern am Himmel), Alpha Zentauri (der uns nächstgelegenste Stern), die „Jewel Box“ (verschiedenfarbige Sterne auf einem Haufen), die „Tarantel“ (eine andere Galaxie, die man am Himmel total gut erkennen kann) und vieles mehr! Durch ein Teleskop konnten wir auch ein tolles Foto vom Mond schießen!! :-) Nach all dem Schauen und Erklären und Staunen bekamen wir noch eine heiße Schokolade und konnten Fragen stellen. Meine Begeisterung kannte keine Grenzen und ich sehe den Himmel und die Sterne jetzt mit anderen Augen!! Das war wohl eine der tollsten und interessantesten Touren, die ich in meinem Leben gemacht habe und das auch noch am 29.Februar!!! :-)

Um halb 3 waren wir im Bett, standen aber um 7 Uhr bereits wieder auf, denn unsere Tour nach Bolivien begann! Doch dazu mehr im nächsten Blog!

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