Dienstag, 27. März 2012

Sucre und Santa Cruz – Relaxte Tage in den großen Städten Boliviens

Nach Potosí fuhren wir direkt weiter nach Sucre – die „Weiße Stadt“. Sie gilt als eine der schönsten Städte Boliviens und tatsächlich strahlten die Häuser in reinstem Weiß. Überall wurde auch immer wieder gestrichen – die Menschen legen Wert darauf, das Image ihrer Stadt zu pflegen! J Es ist eine geschäftige, lebhafte Stadt mit vielen Menschen, Geschäften, Autos, Bussen, etc.! Zusammen mit dem Besuch der Mine und der Stadt Potosí, welche auch recht trubelig ist (es war übrigens mal eine der reichsten Städte der Welt!!) waren das echt viele Eindrücke auf einen Schlag nach den beschaulichen Tagen in Tupiza.

Kim und Liane überraschten mich jedoch mit einem Blumenstrauß, Schokolade, Sekt und einer Karte: Glückwünsche zum Masterabschluss, denn ich hab ja seit ein paar Wochen meine endgültige Note!! Die beiden hatten eine ganze Weile gewartet und die Sachen gesammelt, und den richtigen Moment abgewartet, doch an diesem Tag (13.3.) verließ uns Kim, weshalb kein Party-Abend veranstaltet wurde, sondern es ein nettes Frühstück gab und wir im Innenhof unseres hübschen Hotels anstießen, das wir uns zur Feier des Tages gönnten. Ich freute mich riesig und war echt zu Tränen gerührt! Die beiden hatten mich wirklich überrascht und ich fand es einfach total süß!! *freu*

Dann stürzten wir uns ins Stadtleben und bummelten gemütlich über die Märkte. Nachmittags fuhren wir raus zu einer Ausgrabungsstätte, bei der über 5000 versteinerte Dinsaurierspuren gefunden wurden von verschiedenen Arten und verschiedenen Tieren! Die Dinos waren an einem See entlang gelaufen und hatten die Spuren hinterlassen, die dann durch tolle geologische Prozesse (die ich nicht wiederholen kann...) verewigt wurden. Selbst als Laie konnte man sehen, dass die Abdrücke unterschiedlich aussahen, nachvollziehen, wo eine Herde entlang gelaufen war, wo ein Fleischfresser einen anderen Dino gejagt hatte etc. Man konnte die Spuren über hunderte Meter verfolgen! Faszinierend!! J Ich fühlte mich in meine Kindheit zurück versetzt und begeisterte mich aufs Neue für die fantastische Welt der Dinosaurier!! J Das Museum war gut gemacht, sie hatten auch lebensgroße Modelle von Dinos aufgestellt, sowie einige Versteinerungen ausgestellt und ein Guide erklärte uns ein paar Sachen. Insgesamt sehr sehenswert, wenn man sich auf eine „Traum-Reise“ in die Welt der Dinos einlassen möchte und kann! J

Kim verließ uns danach und machte sich auf den Weg zurück nach La Paz, von wo aus sie nach Deutschland zurück flog – die Uni geht bald wieder los und ihre Semesterferien damit zu Ende. Liane und ich waren traurig, dass unser nettes Reisetrio damit beendet war! Doch wir lenkten uns kurzfristig ab mit Schokolade und ein bisschen Souvenir-Shopping... ;-) Und auch zu zweit hatten wir in den letzten Tagen viel Spaß!! Doch dazu mehr in den kommenden Blogs. Wir chillten 2 Tage in Sucre, schauten uns die Stadt und ihre Sehenswürdigkeiten an. Wir konnten uns leider nur nicht entscheiden, wo wir hinfahren sollten danach. In das hochgelobte Rurrenabaque, von wo aus man Dschungel-Touren in das Amazonas-Becken machen kann, oder nach Santa Cruz, wo es Nationalparks gibt und man Wanderungen in subtropischen Regenwäldern machen kann. Nach längerem Grübeln kamen wir zu keiner vernünftigen Entscheidung und warfen eine Münze! *grins* Die schickte uns nach Santa Cruz, was wir beide voll gut fanden! J Und diese Entscheidung war super, wie sich später herausstellte!!! :-)

So kamen wir also an Lianes Geburtstag (16. März) in Santa Cruz an und verbrachten einen sehr lustigen Tag in dieser riesigen Stadt. Es ist die größte Stadt und Business-Zentrum Boliviens, fühlt sich aber nicht so an. Es ist übersichtlich und angenehm von der Atmosphäre her. Und vor allem: es gibt an jeder Straßenecke Torten!!! J Die Bolivianer lieben Torten, nein keinen Kuchen, sondern riesige Torten mit viel Creme und Schokolade und Sahne, wunderschön verziert und riesige Stücke! *lol* Selbstverständlich genehmigten wir uns zur Feier des Tages solch eine Leckerei (natürlich mit Geburtstagskerzen und Singen) und waren echt überwältigt, so lecker war das!! J Danach gings weiter in den Zoo, wo wir endlich mal die Tiere Südamerikas sehen konnten. Hier ists ja leider nicht so wie in Afrika, dass man das wild-life so rumrennen sieht, außer Nandus, Lamas und Guanakos und gelegentlich einen Fuchs. Also schauten wir uns mal Ameisenbären, Brillenbären, Jaguare, Pumas, verschiedene Hirsch-artige, Affen, Schlangen, Papageien und Greifvögel aus der Nähe an. War echt spannend, auch wenn manche Käfige zu klein waren... Aber einige Tiere werden auch hier gehalten, weil sie beispielsweise Probleme gemacht haben, wie z.B. ein Jaguar, der etliche Rinder in der Nähe von menschlichen Behausungen gejagt hatte. Er wurde gefangen und etliche Zoos aus aller Welt haben Kaufangebote gemacht, für tausende von Dollars. Doch da man sich nicht einigen konnte, wer dieses Geld einstreicht, sitzt der Jaguar seitdem in Santa Cruz im Zoo. Sehr typische Aktion für Boliviens Politik und Korruption... Tierhaltung und die Behandlung von Tieren, sowie Wilderei ist hier auch so eine Geschichte. Mit ihnen wird oft ähnlich schäbig umgegangen wie mit der Natur und der Landschaft (Müllproblem!!), weshalb es viele „Refugios“ gibt, d.h. Auffangstationen für verwundete, misshandelte oder verwaiste Tiere. Das ist gut, und dort arbeiten auch oft ausländische Volunteers, die ein bisschen was machen wollen außer Rumreisen. J Nach dem Besuch im Zoo gingen wir lecker Abendessen und dann ins Kino („Black Gold“, auf Englisch mit spanischen Untertiteln!). Ein gelungener Geburtstag, wir wir fanden!

Am nächsten Tag fuhren wir nach Samaipata, ein kleiner, verträumter Ort 3 Stunden von Santa Cruz weg. Doch dies verdient einen eigenen Blog-Eintrag!! J

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